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SPOOKEY RUBEN - 24 Lieder sind ein Tag

Die beschwingt fröhliche Melodie im Vor-und Abspann der Sendung "Zimmer frei!" vom WDR stammt aus der Feder von Spookey Ruben. Der Song "These Days Are Old" ist auf dessen ´95er Debütalbum "Modes Of Transportation Vol. 1" vertreten, welches in USA, UK, Japan und der BRD erschienen ist. Dessen Nachfolger ("M.O.T Vol. 2) allerdings erschien lediglich in Japan, der A&R-Manager des Labels wechselte das Lager, und man ließ Spookey mitsamt seines (bereits fertigen) Outputs hängen. Keine leichte Zeit für ihn: Klinken putzen, Vertröstungen, unerfüllte Hoffnungen, seine Songs zu vermarkten. Dennoch blieb er kreativ, ließ sich nicht beirren und gründete schließlich sein eigenes Label "Hi-Hat-Recordings".
„Ich hab´ eine lange Zeit gedacht, dass mich dann eben ein anderes Label nimmt, aber das ging nicht so einfach. Einiges hat sich verändert, viele Firmen sind pleite gegangen. Außerdem habe ich vielleicht auch diesen Independent-Gedanken sehr verinnerlicht. Ich meine, man sollte genau das tun, wozu man Lust hat, sich nicht verbiegen lassen. Eben nicht kommerziell um jeden Preis sein. Die jetzige Entwicklung ist gefährlich für die Musik und das Entertainment. Man orientiert sich nur noch an den verkauften Alben und Vieles ist darüber klinisch geworden. Dabei es soll sich doch eigentlich um Spaß handeln, nicht um harte Währung...“ Genau diesen Spaß scheint Ruben tatsächlich mit seiner Musik zu haben. Seine Songs atmen den frisch gewaschenen Geist seiner Kindheit bzw. jugendlichen Blütezeit, sind luftig, oft unbeschwert und vor allem anders als aktuelle Erscheinungen. Ruben blickt auf die Nacht, in der die Träume kommen, in der Bewusstseinsverschiebungen statt finden, in der manches realer erscheint als es ist. Und er stürzt sich in den Tag mit seinen zum Teil hektischen Geschehnissen, den wechselvollen Erfahrungen und kritischen Selbstreflektionen Die beiden eigenhändig produzierten Alben "Bed" (VÖ 10/2002) und "Breakfast" (VÖ 02/2003) sind Arbeiten aus den Jahren 1998-2001, besitzen unterschiedliche Ansätze und Wesenszüge und beinhalten das, was der in Holland, Deutschland und den USA aufgewachsene Ruben bescheiden "new kind of music" nennt. „Viele Leute meinten damals, ich solle mehr akustische Sachen spielen, weil ich dort angeblich besonders gut rüber komme. Ich wollte den Rat beherzigen, aber auch mit meinen "funky productions" weiter machen. Da ist mir die Idee gekommen, zwei verschiedene Platten zu machen. "Bed" steht für den akustischen, ruhigen, tiefgründigen, verträumten Teil, während "Breakfast" die Wach-Phase, das Verspielte und Lebendige darstellt. Es ist meine Interpretation der Musik jener Zeit, also die 70/80er aus heutiger Sicht. Musik, die ich verstehe, mit der ich aufgewachsen bin.“ Ruben besitzt noch andere Qualitäten und Ziele. Die Videos seiner Songs sind unter seiner Regie entstanden. Warum nicht auch mal fremde Songs in Bilder kleiden? „Na klar! Ich habe ein Video für eine Band aus London/Kanada namens The Weekend gedreht, eine Punk-Band mit 2 Frauen, die so ähnlich klingen wie The Breeders. Das hat viel Spaß gemacht. Dann ist da noch eine Band aus Tennessee. Kann sein, dass ich deren erste Platte produzieren werde. Ich muss aus finanziellen und kreativen Gründen Arbeit bekommen.“ Und solche Angebote dürfen auch gerne aus unseren Gefilden kommen, denn Spookey spricht nahezu perfekt Deutsch.

Aktuelles Album: Bed (Hi-Hat/Zomba)

Kommendes Album: Breakfast (Hi-Hat/Zomba) VÖ: 2/03
© 01. Januar 2003  WESTZEIT ||| Text: Marco Pawert
Januar 2003

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