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THE SILVERETTES - Mit Zuckerwatte auf die Fresse

Die Rock’n’Roll Landschaft blüht und gedeiht, Unkraut sprießt neben entzückenden Zierpflänzchen und doch regiert allerorts der genretypische Stallgeruch nach Bier, Kotze und Pomade die Szene. Wie schön dass es aus der dieser Regel endlich mal von einer Ausnahme zu berichten gibt: Die Silverettes sind wunderhübsch und wissen sich so gut in Szene zu setzen, dass dem geneigten Zuschauer nur noch vor Erstaunen der Unterkiefer runterklappt, denn so gut sah Rock’n’Roll seit Elvis nicht mehr aus. Und was die gesanglichen Qualitäten der drei Damen angeht… - Tja, bewegt Eure Hintern und überzeugt Euch gefälligst selbst!

Silverettes, stellt Euch mal vor und erzählt wie Ihr Euch gefunden habt?

“Wir sind Sassy, Jules und Ira. Wir haben uns 2005 kennen gelernt und haben im Back-ground für eine lokale Rockabilly Band gesungen. 2010 haben wir uns von der Band getrennt um unser eigenes Ding zu machen! Als uns die Produzenten Adriano BaTolba und Pomez di Lorenzo dann entdeckten, ging es für uns richtig los!”

Apropos losgehen: Euer Album ist gerade erschienen, wie waren die Reaktionen bisher?

“Bisher kommt nur Positives! Der Mix aus alten, neuen, gecoverten und eigenen Songs kommt gut an und darüber freuen wir uns natürlich sehr. Wir haben ja alle lange darauf gewartet und daran geglaubt, aber wenn die Leute dann auf einmal wirklich losziehen und dein Album kaufen, das ist schon ein großartiges Gefühl!”

Ihr habt bereits Größen wie Dick Brave, Boppin B. und Boss Hoss supportet… Wie seid Ihr dazu gekommen?

“Da war ein Hauch von Schicksal im Spiel, da unsere Produzenten damals auch Dick Brave produzierten. Deshalb war es naheliegend mit ihm zusammen zu spielen. Boss Hoss hat sich tatsächlich eher zufällig ergeben. Das waren schon sehr spezielle Gigs, die wirklich viel Spaß gemacht haben und natürlich war es ziemlich aufregend, das erste Mal vor 6000 Leuten zu singen.”

Was war Eure schönste Show bisher und wie reagieren die männlichen Kollegen und natürlich auch das Publikum bei einer so ansehnlichen All-Girl Combo?

“Das ist schwer zu sagen, wir haben schon eine Menge großartiger Shows gehabt. Es ist eigentlich immer toll, natürlich besonders dann, wenn wir das Publikum total mitreißen und was die männlichen Kollegen angeht: Die reagieren sehr unterschiedlich auf uns, am Anfang wurden wir immer nett belächelt, denn man hat uns irgendwie nie so richtig viel zugetraut. Aber der Eindruck ist spätestens nach dem ersten Song verflogen, schließlich wissen wir ja was wir tun! Wir arbeiten intensiv an unserer Musik, denn die steht bei uns immer im Mittelpunkt. Wir sind alle studierte Sängerinnen und arbeiten mit Profis zusammen. Wir versuchen uns immer weiter zu entwickeln, Stillstand kommt für uns nicht in Frage!”

Wie geht es bei drei Frauen intern ab? Ist eine von Euch mehr die Bandleaderin oder funktioniert alles vollkommen demokratisch?

“Wir haben nicht die Lead-Sängerin und das ist ja gerade das Besondere an uns! Wir sind völlig gleichberechtigt, auch wenn das manchmal nicht ganz einfach ist. Klar, gibt es mal Zoff. So ist es bei uns auch. Wir sind drei völlig unterschiedliche Charaktere und sind selbstverständlich nicht immer einer Meinung. Doch gerade weil wir so unterschiedlich sind, ergänzen wir uns auch sehr gut.”

Mit ‚Sweet Dreams‘ und ‚Do you really want to hurt me‘ sind Euch zwei geniale 80s Coverversionen gelungen, wie seid Ihr auf die gekommen? Seid Ihr generell offen für Popsongs?

“Das Schöne an diesen Songs ist, dass jeder eine Geschichte damit verbindet. Nur kann man die Originalversionen oft schon gar nicht mehr hören, weil man das einfach schon zu oft getan hat. Da war es naheliegend, den Songs eine neue Verpackung zu geben und ihnen unseren Stempel aufzudrücken.

Berührungsängste mit Popmusik kennen wir nicht. Warum denn auch? Wir lieben Musik. Wenn uns ein Song gefällt, dann spielt es keine Rolle aus welchem Genre er kommt.”

Aufregende Zeiten scheinen auf Euch zuzukommen, was steht in nächster Zeit noch für Euch an?

“Gigs Gigs Gigs!” ;-)

Aktuelles Album: The Real Rock´n´Roll Chicks (ToBaGo Music / Rough Trade)
© 01. März 2014  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
März 2014

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