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MOTORJESUS - Die Angst vor Gottes Rache

Seit ihrer Gründung 1990 in Mönchengladbach - damals noch unter dem Namen The Shitheadz - veröffentlichten sie vier Alben, die sie vom Geheimtipp zur Vorband von Bands wie Motörhead, Anthrax, Misfits, Prong und Der W machten, mit dem sie 2011 eine komplette Deutschlandtour bestritten. Und nun sichern sich Motorjesus mit ihrem fulminanten vierten Album ´Electric Revelation´ einen Platz am besten Tisch der Hardrock-Szene. Man hört durchgehend Einflüsse des klassischen Hardrock der 70er, Metal der 80er, Stoner der 90er und den veritablen Trademarks des gestandenen (Alltime-) Rock´n´Rolls. Frontmann Chris Birx stand Rede und Antwort.

Was war der Auslöser Euch einen anderen Bandnamen zuzulegen?

„Die Band hieß von ca. ´92-´05 lThe Shitheadz. Als wir aber unsere erste Platte unter diesem Namen veröffentlicht hatten, merkten wir schnell, das der Name auf wenig Wohlwollen beim Publikum & i.d. Szene stiess. Als es wegen des Wörtchens "Shit" zu Vertriebsproblemen kam, ging unsere damalige Plattenfirma auf die Barrikaden und machte uns Druck den Namen zu ändern. Somit tauften wir uns namentlich nach einemn Songs vom Debüt, mit der Überlegung sich nach etwas zu benennen, das der Hörer auf Anhieb in Zusammenhang mit uns bringt.“

Bereits drei Vorgängeralben! Was unterscheidet sie voneinader?

„Wir sprechen jedes unserer Alben eine eigene Identität zu. Sogar unbeabsichtigt & ungeplant, da wir eigentlich nur Musik geschrieben haben ist es mehr oder weniger Zufall das eine Scheibe metallisch, die andere eher stoner- oder mehr hardrocklastig wurden. Irgendwie hat sich das so entwickelt das jede anders klingt. Aber das ist ja auch nicht verkehrt.“

Was waren die grundlegenden Faktoren die Euch zur Vorgruppe von den oben genannten Rockgrößen machten und wie kam es zu den Deals?

„Das ist zu 100% sehr oft ganz viel Glück und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein . Dazu kommt manchmal noch ein wenig Vitamin B. Manchmal hilft es auch nur zu fragen ob ein Supporter gebraucht wird.“

Hattet ihr Bedenken als man Euch 2011 die Möglichkeit einräumte mit Der W - seines Zeichens ex Mastermind der Böhsen Onkelz - auf große Deutschlandtour zu gehen?

„Da die Onkelz sehr polarisieren und die Presse kein gutes Haar an ihnen lässt hatten wir natürlich Bedenken. Aber das zerstreute sich alles beim ersten Vorabtreffen. Auf der Tour war die komplette Crew dabie, jene die auch für schon für die Onkelz tätig waren. Unterm Strich waren und sind es allesamt nette und entspannte lLeute ohne Allüren oder verqueren Einstellungen. Auch der Stephan war & ist freundlich vs. zuvorkommend, nicht zuletzt auch dadurch das er bei seinen Shows unsere Shirts getragen hat und gar die Leute animierte unsere Motorjesus-Shirts zu kaufen!“

Anfänglich hat man bei der „Electric Revelation“-Produktion mit Achim Kaiser im Sonic Sound-Studio Songs eingespielt, der anschließende Mix und das Mastering jedoch wurden nicht wie gehabt i.d. Principal Studios Münster durchgeführt, statt dessen in den Unisound Studios vom Producer Dan Swanö (Opeth, Edge Of Sanity) durchgeführt. Ergo zeichnet sich die skandinavische Metallegende auch für die wuchitg hardrockenden / tonisiert in Öl gelagerten Songs, die mit fettem Headbanger-Metal & Hang zum Vollgas geschrubbert werden. Bei den 13 Tracks gibt es einen rotzigen Bastard aus Motörhead, Danko Jones & Thin Lizzy zu hören, den die diese fünf Grandseigneur des Hardrock´n´Roll spätestens seit ihrem 2010er Klopper- Album „Wheels Of Purgatory“ pflegen.

Warum gerade „Electric Revelation“ als Albumtitel?

„Die ´Elektrische Offenbarung´ ist eine Art Minikonzept, das sich duch die Songs „Trouble In Motor Citymotor“,.“Electric Revelation“ &. “Ressurection Man„ zieht und ies im metaphorischen Sinne darum geht , was wäre wenn der Menschheit wirklich mal die Luft ausgeht. Was ist wenn Gott bzw. Jesus mal den Blitz auspackt und auf uns Menschen richtet? So wie wir mit unsere Ressourcen, Tieren und uns selbst umgehen kommt mir das so vor als wäre das garnicht mehr so weit...!

Wie kam es zu dem Zusammenspiel mit Dan Swanö und wie war Arbeit mit ihm in den Unisound Studios?

„Wir haben, nachdem wir beim Achim im Sonic Sound die Rythmussektion und Gitarren eingespielt haben, ja später im Jahr nochmal mit dem Dennis Marschallik im Don Phallus Studio in Duisburg gearbeitet. Dort wurden noch Sologitarren und alle Gesänge aufgenommen bevor das Material zum Mischen an Dan Swanö ging. Das Mischen & Mastern mit Dan lief dann recht reibungslos. Wir haben kontinuierlich dran gearbeitet und geschliffen bis wir alle zufrieden waren.“

In wie weit hat Drakkar Records Einfluss auf Eure freie Entscheidungsmöglichkeiten in Bezug auf Studioauswahl, Produzenten, Merchendise, Booking, Albumtitel, -tracks und -cover?

„Das verhältnis zu Drakkar ist sehr familiär. Manchmal entscheiden witr Dinge gemeinsam, ein anderesmal geben sie ihren Senf dazu und trotzallem ist alles recht entspannt!“

Wer zeichnet sich für die einfältigen Coverartworks aus? Findet ihr Eure Albumcover Geschmack- oder Stilvoll? Nur weil ´Motor´ in Eurem Bandnamen enhalten ist, muss doch nicht gleich auch auf jedem Cover was mit Motor(en) zu tun haben!?

„Wir finden das es primär erstmal zu den Texten passen muss. Das muss dann auch keine grosse Kunst oder was hochtrabendes sein. Unterm Strich sollte das ausgedrückt werden, was sich in unseren Texten wiederspiegelt. Wir bemühen uns, dass alles wie aus einem Guss ist - auch optisch. Aus dem Grunde haben wir auf dem aktuellen Cover keine Motoren in dem Artwork.“

Im Bandinfo lässt du folgenden Satz verlauten: „Wir sind eben ein Bastard aus Hard Rock, Stoner, Clasic Rock und jede Menge Metal. Von den üblichen Rock´n´Roll- Klischees allerding versuchen wir uns zu distanzieren. Mittlerweile packt jede zweite Band eine Karre auf ihre Fotos.“

Was willst Du mir mit diesem Satz sagen?

„Das wir versuchen immer auch irgendwas ´frisches´ in die Musik oder auch in das Optische zu integrieren. Und da derzeit sehr viele was mit Autos machen langweilt uns das schon wieder. Darum sucht wir immer nach einer Balance zwischen Neuem & alten Werten. Klar werden wir immer was mit ´Motor´ und so machen, das passt halt zu uns.“

Seit 2004 bzw. seit „Dirty Pounding Gasoline“ spielt ihr gleichwohl selbst auf jeder Eurer Tonkonserven mit den typischen, abgelutschten Rock´n´Roll-Klischees wie Feuer, Flammen, Motoren(blöcke), Muscle-Cars und den Song- vs. Albumtitel - die jedem räudigen Autoschrauber den Schweiß auf die Stirn und in die Kimme treibt. Auch „Electric Revelation“ steckt bis Oberkannte-Unterlippe voll davon, ihr habt nicht einmal vor einem langhaarigen mit weißem ölverschmierten Rip-Shirt bekleideten KFZ-Mechaniker- Jesus halt gemacht.

Also von daher kann ich nur aber hallo sagen Das hat schon was von Katholizismus und Polititk:“Wasser predigen und Wein trinken!“

„Genau so und nicht anders wollen wir das!-)“

Was war bis jetzt das abgefahrenste was Du mit der Band bzw. den Jungs erlebt hast?

„Also für mich immer noch Lemmy kennengelernt zu haben und mit Motörhead und Anthrax gemeinsam die Bühne gerockt zu haben - das war irgendwie seeeehhhrrrrr unrealistisch!-)“

Was wünscht Du Dir in Bezug auf Motorjesus?

„Das wir noch viele Jahre spaß am Musik machen haben und das es mit Motorjesus noch lange weitergeht. Und vor allem das wir und unsere Fans gesund bleiben!!!“

Mein Fazit zu Eurem aktuellen musikalischen Output „Electric Revelation“: „Nicht wirklich viel neues, aber das erwartete gut umgesetzt!“

Dein Kommentar dazu?!

„Deine Meinung kann ich hier und jetzt nur teilweise unterschreiben, aber es ist deine Meinung. Ich denke das einige Sachen anders klingen als auf den Vorgängern. Allein was den Gesang betrifft und auch einige Gitarrensolos, die in dieser Art und Weise so noch nie von uns eingebracht wurden. Hier sollte sich am besten doch jeder sein eigenes Bild machen, z.b. bei www.motorjesus.net bzw. facebook.com/motorjesus. Hört einfach mal in unser neues Album ´Electric Revelation´rein. Wir würden uns freuen!“

Aktuelles Album: Electric Revelation (Drakkar / Sony)
© 01. März 2014  WESTZEIT ||| Text: Georg Lommen
März 2014

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