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MARIE & THE REDCAT - Zauberhafte Arrangements

Marie & the redCat mutet wie der Titel eines Märchens an und jeder, der bereits das Vergnügen hatte, schon mal in das Debüt Album der fünf Musiker aus Mannheim hineinzuhören, weiß auf Anhieb, dass dieser Name nicht zufällig gewählt wurde. ´Home´ wurde in der Abgeschiedenheit des Waldhauses von Maries Großvater aufgenommen, wie märchenhaft kann diese Geschichte denn noch werden? Ihre Mischung aus Akustik Pop mit Indie-Folk Elementen kann man im allerbesten Sinne des Wortes als Lautmalerei bezeichnen, jeder einzelne ihrer dichten und feinsinnig arrangierten Songs erzählt eine Geschichte, man taucht hinein, hört zu und lässt sich forttragen in die fabelhafte Welt von Marie & The redCat.

Wie hat die Geschichte Eurer Band angefangen?

“Wir haben uns alle auf der Popakademie getroffen und gleich gemerkt, dass wir gut miteinander auskommen und etwas zusammen machen möchten. Unser erstes Album ist das Ergebnis unserer Entwicklung dort. Ich denke, es ist eine Fügung, dass wir alle zur selben Zeit dort waren und natürlich in erster Linie auch, dass es mich dorthin verschlagen hat, mein ursprünglicher Plan war nämlich Schneiderin zu werden, ich hatte die Ausbildung auch schon angefangen, aber irgendwie war ich immer mehr an Musik interessiert. Nachdem ich dann ständig mit dicken Augen morgens zur Arbeit erschien, weil ich mal wieder viel zu lange aufgeblieben war, sagte man mir irgendwann, dass Schneiderin doch eigentlich gar nicht für mich ist und so bewarb ich mich bei der Popakademie und hatte Glück genommen zu werden. Die Besonderheit im Vergleich zu anderen Musikhochschulen ist, dass man dort ermutigt wird, sein ganz eigenes Ding durchzuziehen: Natürlich muss man auch Prüfungen ablegen, aber im Großen und Ganzen sind Kreativität und eigener Konzeption fast keine Grenzen gesetzt.”

Ihr seid zur Zeit fester Bestandteil des Theaterstückes ´Zeit zu lieben, Zeit zu sterben´ am Maxim Gorki Theater in Berlin, wie seid Ihr dazu gekommen und wie kann man sich das vorstellen?

“Es war so, dass der Regisseur des Stückes, Antu Romero Nunes uns richtig gut fand und wie der Zufall so wollte, war der musikalische Leiter des Stückes zudem auch noch mit unserem Drummer auf dem Internat gewesen und so kam diese Verbindung zustande. Wir pendeln drei bis vier Mal im Monat zwischen Mannheim und Berlin zu unseren Auftritten und sind tatsächlich während des ganzen Stückes auf der Bühne, insgesamt dreizehn Personen sind ständig präsent, acht Schauspieler und wir. Während die Anderen ihre Parts sprechen, singen und spielen wir unseren. Was mir so gut daran gefällt, ist dass der Fokus nicht die ganze Zeit auf uns liegt, sondern wir auch einfach mal zuschauen können, was aus der Bühnenperspektive natürlich viel cooler ist als aus dem Zuschauerraum. Die ganze Umsetzung des Stoffes ist sehr interessant, das Stück ist in drei Teile unterteilt und kurzgefasst handelt es sich um eine DDR-Jugenderinnerung bis hin zur Wende. Auf jeden Fall sehr sehenswert.”

Was war Euer aufregendstes oder exotischstes Erlebnis als Band bisher?

“Sehr exotisch war sicherlich unser Auftritt bei einem Festival in Korea, das Ganze kam sehr schnell, eine Woche vor der Abreise wurden wir gefragt, ob wir Lust hätten, dort aufzutreten und wir haben natürlich sofort zugesagt. Es war ein kurzer Trip, wir waren nur drei Tage dort und die An-und Abreise haben insgesamt jeweils schon 28 Stunden in Anspruch genommen, aber es war toll, ein bisschen von dieser völlig neuen Kultur mitzubekommen und vor solch ungewohntem Publikum zu spielen. Wir wurden total freundlich aufgenommen und was mir besonders auffiel war, dass die Leute sich vor der Bühne hinsetzten um zuzuhören, gleichzeitig waren sie aber auch extrem klatschwütig und wollten die ganze Zeit mitmachen, da mussten wir uns erst mal drauf einstellen - mal was ganz anderes.

Eine weiterer ungewöhnlicher Auftritt fand in Sankt Petersburg statt, wir waren dorthin eingeladen worden, um auf einem Empfang zu spielen, hatten aber außerdem noch einen separaten Gig in einem Club und dort ging das Publikum voll mit, tanzte, wir hatten auch keine richtige Bühne, sondern standen ebenerdig und waren mittendrin. Eine unserer interaktivsten Shows bisher.

Leider ist mein Platz begrenzt, abschließend sei jedoch gesagt, dass Marie & the redCat zu den Bands gehören, die man sich einfach merken muss und wenn es Einen dann noch nach Berlin verschlägt, sollte eine Stippvisite im Maxim Gorki Theater Pflichttermin sein – ´Zeit zu lieben, Zeit zu sterben´ hat durchweg fabelhafte Kritiken bekommen. Mehr Info unter:

www.marieandtheredcat.de

Aktuelles Album: Home (ZeitArt Music / New Music) VÖ: 14.09.
© 01. September 2012  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow ||| Foto: Sophie Krische
September 2012

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