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SKI KING - Immer auf seine Weise

Was sind das bloß für Koteletten, die der Mann da trägt? Mann ist auch ein wenig untertrieben. Koloss wäre das bessere Attribut. Bei näherem Hinsehen sind es keine Koteletten. Stimmt so auch nicht ganz. Es sind tätowierte. An dem Punkt hat der Ski King-Körper schwer was zu bieten. Schließlich waren Tattoo-Conventions lange Zeit sein Zuhause.

Countryfiziert - lange bevor

es cool war

Die Stimme hingegen lässt sich nicht tätowieren. Und auch da hat Ski King so richtig was drauf. Doch zunächst mal ein wenig Namenskunde; denn mit Skifahren hat er schon mal nix zu tun.

„Mein eigentlicher Nachname ist Witzski. Und da in den Staaten alle Polacken Ski’s sind, habe ich die erste Hälfte des Namens erklärt“, lacht der Ski King, „und King? Klar, da steckt Elvis Presley dahinter - der King. Als Kind wuchs ich in einem Trailerpark auf und als ich da so zwischen den Wagen hin und her lief, da habe ich immer lauthals Elvis-Stücke geträllert. Als ich älter wurde, war irgendwann der Ski King perfekt. Obwohl ich inzwischen der totale Johnny Cash-Fan war. Ich war in der Highschool auch der einzige Kerl bei uns, der mit Cowboyhut rumgerannt ist. ich war schon countryfiziert, lange bevor es cool war.“

Wie damals Elvis geht Ski King als GI nach Deutschland. Und legt sich dort nicht nur sein erstes Tattoo zu, sondern bleibt. In Nürnberg. Dort eröffnet er die Bar ´Soho´. Der Ausschank von Hochprozentigem allein genügt Ski King jedoch nicht, um die Stimmung zu heben klemmt er sich selbst hinter das Mikro und schmettert Elvis’ ´In The Ghetto´. Das gefällt und so werden daraus über die Jahre unzählige Live-Shows mit Country, Rock n Roll und Psychobilly.



In Stimme gegossene

Leidenschaft

Die aktuell vorliegende Platte ´Sketchbook´ ist Ski Kings vierte Scheibe. Die ist pickepackevoll mit Coverversionen ist: von Johnny Cashs ´Ain’t No Grave´ über den Disco-Knaller ´Staying Alive´ der Bee Gees, die AC/DC-Hymne ´Highway To Hell´ bis hin zu Frank Sinatras ´My Way´. Evergreens im besten Sinne des Wortes. Die bringt der begnadete Sänger mit einer Stimme zu Gehört, dass sich der gesamte Körper schön langsam mit einer Gänsehaut überzieht. Rau mit Widerborsten und dennoch anschmiegsam kuschelig ist sein Organ. Ein bisschen süß-sauer noch dazu. Musikalisch ist es ein wilder, ungezähmter Bastard aus Rock’n’Roll, Punk, Rockabilly und Country. Und obwohl die Stücke ja alle bekannt sind, hat es sie so interpretiert noch nirgends gegeben. Doch auch ein Ski King setzt nicht nur auf die eigenen Fähigkeiten. Wenn er gut drauf ist, lädt er sich Gäste ein. Das tut er auf Sketchbook´ beim Stück ´The Devils Right Hand´. Hier ist Ski King im Zusammenspiel mit Sänger und Bassist Bernie Batke von Smokestack Lightnin’, einer Grenzgänger-Combo zwischen Country, Blues und Rock´n Roll zu erleben. Weitere Mittäter sind Gitarrist Michael Treska von den Rockabilly-Spezialisten Boppin´B und Vokalakrobat Lou Gosi von der Punkabilly-Kapelle Heartbreak Engines. Nicht nur bei diesem Stück bricht sich Ski Kings funkensprühende Sangesfreude Bahn. Es ist eine wahre Lust ist, der Platte zu lauschen. Eine in Stimme gegossene Leidenschaft tobt sich hier raumgreifend aus. Warum das ist alles so ist, dafür hat der Ski King eine probate Erklärung: „Das einzige, was ich kann, ist Singen.“

Aktuelles Album: Sketchbook (Rodeostar Records/Sony Music)
© 01. Dezember 2011  WESTZEIT
Dezember 2011

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