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SKI´S COUNTRY TRASH - The King has left the Building, here comes Country Trash

Im sowieso schon exzentrischen Musikbusiness aufzufallen, wie ein bunter Hund, ist schon ein Phänomen für sich, doch damit allein gibt sich Ski King nicht zufrieden - seine Stimme jagt einem Wonneschauer über den Rücken und obwohl seine Hommages an Johnny Cash und Elvis ihm stetig wachsende Fanscharen bescherten, hat der gebürtige Amerikaner, der sein Herz in Nürnberg verlor, nun neue Pfade eingeschlagen und nennt eine komplette Band sein eigen: Ski´s Country Trash!

Rock'n'Roll Cover waren vorgestern und Alle, die rummosern, der King möge doch zu seinen Wurzeln, sprich Elvis Songs zu performen, zurückkehren, halten jetzt einfach mal die Klappe, denn genau das hat er mit seiner eigenwilligen Hinwendung zum Country gerade getan.

Was mir an Dir als Erstes ins Auge gefallen ist, sind Deine Tattoos, die ja nun immer präsent sind, sei es auf den Händen oder im Gesicht. Wie bist Du dazu gekommen?

“Auf jeden Fall will ich mich mit meinen Tattoos abgrenzen. Als für mich klar war, dass ich mein Leben wohl nicht mehr in einem Büro oder auf 'ner Baustelle zubringen muss, habe ich mir erst mal die Hände tätowieren lassen. Ich hatte zwar schon vorher einige Tattoos, aber mir eine Stelle tätowieren zu lassen, die immer sichtbar ist, war für mich ein Statement, meine Art zu sagen: 'Ich bin raus aus der Nummer, ich werde für den Rest meines Lebens Musik machen und hab mit einem konventionellen Berufsleben abgeschlossen.' Natürlich gibt es auch bei meinen Auftritten immer noch Leute, die komisch reagieren und mich gar nicht einordnen können, aber mal ehrlich, so Mainstream wie Tattoos mittlerweile geworden sind, freu ich mich ja schon fast über jeden, der mal blöd guckt. Ich sehe ich meine Tätowierungen als wichtigen Bestandteil meiner Individualität, ich will einfach nicht sein, wie Alle, man könnte es als selbstauferlegtes Stigma bezeichnen.”

Du bist dafür bekannt, nicht einfach nur irgendwelche Songs zu covern, sondern sie zu performen und Ihnen damit völlig neues Leben einzuhauchen.Wo liegen Deine eigentlichen Wurzeln?

“Ich habe ganz früher mal mit Metal und Punkrock angefangen und rumexperimentiert, aber der Sound meiner Kindheit und Jugend war Country und deshalb liegt mir diese Musik vermutlich auch so am Herzen - weil dort meine Wurzeln liegen. Ich würde meine Musik als Crossover bezeichnen, ich versuche Country hörbarer zu machen, in dem ich ihn mit Punkrock, Metal und Rock vermische.”

Ich habe in einer Karaoke-Bar mit Elvis‘ 'In the Ghetto' angefangen, der einzige Song, den ich übrigens überhaupt von ihm kannte und die Resonanz war ziemlich gut. Für mich war das so ein Aha-Erlebnis und ich realisierte, dass meine Stimme so etwas hergibt. Elvis war ein toller Sänger mit einer einmaligen Stimme, aber er hat ja nicht viel selbst gemacht; Er hat weder Songs geschrieben, noch irgendeine Message transportiert, darum liegt mir Johnny Cash auch mehr: Der war ein Outlaw, ein Storyteller und vor allem jemand, der sich nie hat reinreden lassen und immer aufrecht geblieben ist. Ich würde mich auch nie als Imitator von einem dieser beiden bezeichnen. Ich huldige ihnen und bringe meine Bewunderung zum Ausdruck, das ist etwas ganz anderes!”

Was hat dich dazu bewogen, eine Band zu gründen?

“Ski's Country Trash ist das Projekt, das mir von allen am meisten bedeutet. Bekannt geworden bin ich ja als Ski King, also ich als Alleinunterhalter, nur mit meinem Laptop, Ski's Country Trash ist mein Versuch mich künstlerisch mehr zu verwirklichen, mit einer kompletten Band und eigenen Songs, natürlich ist das eine große Umstellung, ich muss mich auf meine Band verlassen, was ich Gott sei Dank auch zu 100 Prozent kann und ich gehe weg von altbewährten Coversongs, von denen ich weiß, dass die Leute sie hören wollen und trete mit meinen selbstgeschriebenen Stücken auf, von denen ich dann nur hoffen kann, dass sie ankommen. Die Position, die ich mir als Ski King erarbeitet habe, ist in dem Fall Fluch und Segen gleichzeitig: Zum einen ist es natürlich sehr hilfreich, dass die Leute mich schon kennen, aber auf der anderen Seite wollen viele auch gar nicht anderes als Cover von mir hören, In dem Fall muss ich einfach ungeachtet aller Zweifel mein Ding durchziehen und zeigen, dass ich auch als eigenständiger Musiker existieren kann. Ich bin sehr gespannt, wie das wird, die kommende Tour wird mit 30 Shows mehr oder weniger am Stück zur Feuerprobe.”

Aktuelles Album: Neverending Road (Rodeostar / Sony)
© 01. April 2012  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
April 2012

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