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THE PAINS OF BEING PURE AT HEART - Gel(i)ebte Träume einer generationsübergreifenden Band

Welcher echte Musikfan träumt nicht davon, irgendwann in einer Band zu spielen, auf Tour zu gehen, von Fans bewundert zu werden und in den relevanten Medien ein Thema zu sein? Die vor knapp vier Jahren gegründete New Yorker Formation mit dem auf der Kurzgeschichte eines Freundes basierenden Namen „The Pains Of Being Pure At Heart“ hat dies innerhalb kürzester Zeit geschafft!

Mit dem Shoegazer-Sound der 90er Jahre, geradezu hymnischen Melodien und eingängigen Refrains verzückte man mit dem 2009 erschienenen gleichnamigen Debütalbum sowie mit zahlreichen und viel umjubelten Konzerten alte und neue Anhänger dieser Musiksparte und ist mittlerweile längst über den Status des Geheimtipps hinaus. Zwei Jahre später erschienen nun der Nachfolger „Belong“ und brachte die Vier auf ihrer Promotour auch nach Köln. Westzeit sprach mit Peggy, Kip und Alex, die sich im Interview als ausgesprochen sympathisch, humorvoll, lebendig und mitteilsam erwiesen. Nach einem erneut hinreißenden Auftritt am Vorabend lag es nahe, zunächst über das Touren zu sprechen...

“Wir lieben es, auf Tour zu gehen und zu erleben, wie die Leute mitfiebern, wie ausgelassen sie sind, wie glücklich sie dabei aussehen und ganz mit unserer Musik verschmelzen! Die Leute singen mit und kennen sogar die Texte der Lieder, die noch gar nicht erschienen sind! (lacht) Das ist es, was wir erleben wollen! Als wir noch keine Band sondern „nur“ musikverrückt waren, sprachen wir mit jemandem aus einer Band, der uns davon erzählte, bald auf Tour nach Schweden zu fahren. Das fanden wir großartig – ein Traum für uns, der so weit weg schien!”

Die musikalischen Wurzeln der zu Beginn der 80er geborenen und in den Vorstädten New Yorks aufgewachsenen Bandmitglieder beginnen mit Bands wie Sonic Youth, Nirvana und Smashing Pumpkins. Ihre Vorliebe für britische Bands wie My Bloody Valentine, Ride, Teenage Fanclub, Smiths, The Pastels, Jesus & Mary Chain, The Cure und Blur kam etwas später - aber dafür dann mit deutlich ausgeprägter Schwerpunktlage.

Das gerade erschienene, oftmals „schwierige zweite Album“ erfüllte sie nicht mit Pessimismus sondern mit Vorfreude. Mit dem Produzenten Flood und dem Mixer Alan Moulder konnten sie zudem zwei erfahrene Profis gewinnen, die unter anderem bereits mit PJ Harvey, My Bloody Valentine und Smashing Pumpkins zusammen gearbeitet haben und die sie bei der Weiterentwicklung ihres Sounds unterstützten.

“Es war klasse, jemanden zu haben, der objektiv war und zu allem ein Feedback geben konnte, schließlich hatten wir bislang keinen Produzenten. Wir nahmen die Sachen zunächst auf einem Vierspur-Recorder auf. Dann trafen wir uns mit Flood und spielten die Stücke für ihn. Wir besprachen, welche Änderungen gut für den Sound wären und setzten sie um, ohne dabei in große Diskussionen zu verfallen, weil wir auch einen engen Zeitplan hatten. Und wenn eine Aufnahme gut war, gab es weder die Möglichkeit noch die Notwendigkeit für einen weiteren Versuch.”

Und so ist denn auch das Ergebnis dieser Arbeit eine wahrlich muntere Mischung aus schwerelosen und packenden Nummern, aus luftigen Singalongs und enthusiastischen Melodien, aus träumerischen Schwärmereien und bezauberndem Dancefloor. Eine Mischung, welche die Fans offenbar unabhängig vom Alter anspricht, denn bei den Konzerten fällt eine recht große Altersspanne von über einer Generation bei den Besuchern auf. Woran das liegen mag?

“Schwierig zu sagen. Ich glaube, dass wir sowohl Fans in den Vierzigern wie auch im Teenageralter haben. Der Großteil der Fans dürfte allerdings doch in unserem Alter sein und über 30 Jahre liegen, weil auch sie die 90er Jahre mitgemacht haben und musikalisch sozialisiert wurden. Vielleicht lieben uns die Jüngeren, weil ihnen die Geschichten gefallen, die wir in den Songs erzählen und in denen es um Dinge geht, die sie selbst beschäftigen.”

Wie auch immer: Es sei sowohl der Band als auch deren Fans zu wünschen, dass sie noch mindestens vierzig Jahre lang mit derselben Energie und Euphorie an ihrer Musik hängen und niemals das Gefühl von Routine oder gar Langeweile aufkommt! Ein hehrer Wunsch? Man darf ja mal träumen...

Aktuelles Album: Belong (PIAS)
Weitere Infos: www.thepainsofbeingpureatheart.com
© 01. April 2011  WESTZEIT ||| Text: Marco Pawert ||| Foto: Pavla Kopecna
April 2011

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