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MUSTASCH - Musik für Männer

Die Debut-EP der Schweden Mustasch ist ganz frech mit „The True Sound Of The New West“ betitelt, aber irgendwie haben die vier Jungs schon recht. Denn das klingt so ehrlich wie ihre Musik, rotzig nach vorne, groovegeladen und vor allem „straight from the heart“. Basser Mats und Klampfer Hannes luden Westzeit zum Plausch auf der letzten Tour im Vorprogramm von Rose Tattoo.

„Wie kennen uns alle schon seit mehr als 15 Jahren und haben irgendwie alle schon einmal miteinander in verschiedenen Konstellationen Musik gemacht, bevor wir uns 1998 endgültig zusammentaten. Und jetzt machen wir die Musik, die wir alle eigentlich schon immer machen wollten: Straight Forward 70s Hardrock!“, erklärt Hannes die Band und ihre Philosophie. „Wir sind jetzt alle Mitte 30 und haben hoffentlich alle Fehler, die man machen kann, schon in anderen Bands gemacht. Wir sind alle älter geworden und haben die schlechten Seiten des Rock‘n‘Roll hinter uns.“ Prominentestes Mitglied ist wohl Sänger Ralph, der die letzte Scheibe der damals als potentielle Kyuss-Nachfolger angekündigten B-Thong eingesungen hatte. Der Rest der Band trieb sich u.a. bei Transport League, Grindstone und den lokal recht erfolgreichen Punks mit dem netten Namen „Bumsen Muss Man“ herum. Im Gegensatz zu B-Thong spielt Ralph bei Mustasch, zumal er neben dem Gesang auch noch eine Gitarre beisteuert, eine wesentlich wichtigere Rolle. „Bei B-Thong hatte er nichts mit der Musik zu tun, sondern nur gesungen. Mustasch ist eine viel demokratischere Band. Hier arbeiten alle an den Songs.“ So ist auch der selbstbewusste EP-Titel schnell erklärt. „Vielleicht haben wir den wahren Sound der westlichen Welt gefunden...“ Und das ist kein Spiel mit Klischees, einfach ein Ausdruck der Gefühls, was sich beim spielen ihres Sounds einstellt. Sicherlich ist Mustasch keine Rock-Revolution, aber dennoch steckt hinter dieser Maxime der Wahrheitsfindung ein fundierter Grundstock: Kraft und Rhythmus in seiner reinsten Form. In Schweden erschien der Appetizer schon 2001, der inzwischen fertiggestellte Longplayer, auf den wir noch bis zum Herbst warten müssen, ist dort seit Februar draussen. „Es läuft prächtig. Seit seinem Erscheinen hält sich das Album in den Top40. Es ist auch etwas anders ausgefallen, ein wenig mehr produziert, mehr 80er-Einflüsse, mehr Melodieführung.“ Wobei letzteres auch auf der EP nicht zu kurz kommt. Auch fügte sich das „neue“ Material im Live-Set nahtlos in die bereits jetzt verfügbaren Nummern ein. „Wir haben für die Songs der EP nicht so lange gebraucht und haben sie recht roh gehalten. Eigentlich ist das unser zweites Demo gewesen, das wir, nachdem wir einen Deal bekommen hatten, noch einmal besser aufgenommen haben.“ Das Label störte sich nicht am die Geister scheidenden Bandnamen. „Er passt einfach zur Musik. Er ist sehr männlich, wie unsere Musik. Es gibt einige Reviews, die in mehr als der Hälfte des Textes über den Bandnamen philosophieren als über unsere Musik.“ Wobei doch die ständige Suche nach dem schleppend-massiven Groove nicht aufgegeben wird, was mehr als interessant ist und auch Zuhörer und -schauer eindeutig begeistert. „Das ist halt genau das, was wir mögen. Wir können gar nichts anderes bzw. haben das alles schon fürher ausprobiert und es hat nicht geklappt.“ Freuen wir uns darüber, das keine der alten Bands es jemals geschafft hat. Dann wäre uns wohl ein großes Stück Rock entgangen. Die Besucher der letzten Gluecifer- und Rose Tattoo-Touren haben den Special Guest zumindest geliebt...

Aktuelle EP: The True Sound Of The New West (Majesty/EMI)
© 10. Juli 2002  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
Juli 2002

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