interviews
kunst
artexpo
cartoon
konserven
liesmich.txt
filmriss
dvd
vorlesungs-
verzeichnis

cruiser
agenda
live reviews
stripshow
lottofoon
kontakt
VEGA 4 - ...erfüllen Träume

In letzter Zeit war es ein wenig still auf der britischen Insel. Amerika diktierte einmal mehr das musikalische Geschehen. Doch jetzt, so scheint es, startet die große Sommeroffensive englischer Bands. Vega 4 gehören mit dazu.
John McDaid kam als 17-jähriger aus Irland nach London, um sich einen Traum zu erfüllen: Er wollte Musiker werden. Heute, acht Jahre später, hat er sein Ziel erreicht. Er ist Sänger von Vega 4, die soeben ihr Debüt-Album "Satellites" veröffentlicht haben. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und immer daran geglaubt, dass man seinen Traum leben kann, wenn man wirklich will und alles daran setzt", erzählt McDaid voller Stolz. In Deutschland haben ihn schon tausende bei seiner Arbeit erlebt, denn Vega 4 waren Support für Reamonn und zuletzt Nickelback. So richtig zu passen schien das nicht. Dafür hat man sich aber vor ausverkauften Hallen präsentieren dürfen.

Nun gilt es, das Publikumsinteresse auf sich allein zu lenken. Ihre Muse-trifft-Embrace-Single "Sing" findet sich momentan im Musikfernsehen wieder und könnte hierzulande den Durchbruch für die Band bedeuten. In Amerika und England wird "Satellites" erst später veröffentlicht. Dabei ging anfangs alles so schnell. Gitarrist Bruce Gainsford war aus Neuseeland nach London gekommen, um eine Band zu gründen. Er lebte drei oder vier Wochen in der englischen Metropole, als er auf eine der berühmten Band-Anzeigen in der Musikpresse antwortete. Am anderen Ende der Telefonleitung meldete sich John, der schon den kanadischen Schlagzeuger und Session-Musiker Bryan McLellan kennengelernt hatte. Über einen Freund gelangte man an den Bassisten Simon Walker. "Die Chemie stimmte, Vega 4 waren komplett", erinnert sich John McDaid. "Aber wir hatten keinen Masterplan und mußten unseren Sound erst finden. Wir blieben deshalb ungefähr ein Jahr im Proberaum. Als wir wieder Tageslicht sahen, hatten wir eine Menge Songs, für die sich u.a. das Label von Muse interessierte. Sie nahmen uns unter Vertrag und schickten uns nach New York, wo wir unsere "Caterpillar"-EP aufnahmen. Danach ging alles sehr schnell. Verschiedene A&R-Leute zeigten Interesse an dem Material und boten uns weltweite Veröffentlichungmöglichkeiten." Jetzt sind zunächst Europa, Japan und Neuseeland an der Reihe.

Mit ihrem Album setzen Vega 4 auf eine radiotaugliche Kombination von Gefühl und Härte. Es ist ein variantenreiches Werk mit vielen ruhigen, verträumten Momenten ohne überflüssigen Ballast, die an Starsailor, Coldplay, Travis, Doves oder auch Echo & The Bunnymen erinnern. Daneben finden sich aber auch Gitarren-Eruptionen, die dem Prinzip der Wall Of Sound folgen. Das vielleicht schönste Stück des Albums ist "Radio Song", eine Liebeserklärung an die Musik und die bittere Süße des Lebens. Eine leidenschaftliche Hymne voll positiver Energie und von Sänger John McDaid mitreißend vorgetragen. Ich rede hier noch immer von einem Debüt. Starker Auftritt also.

Aktuelles Album: Satellites (Motor/Universal)
© 01. Juni 2002  WESTZEIT ||| Text: Marcus Kalbitzer
Juni 2002

Links

suche