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ANGEL – EIN LEBEN WIE IM TRAUM - Concorde

 
Auch in seinen bisherigen Filmen, wie z.B. „8 Frauen“ oder „Swimming Pool“ hat Francois Ozon die Handlung der Filme durch seine schrägen dramaturgischen Kunstgriffe ein wenig schrill wirken lassen und mit der ambivalenten Spannung zwischen Inszenierung und dargestellter Realität gespielt. In seinem neuen Film wird die zugrunde liegende Fragestellung nun auch in der Filmhandlung thematisiert und teils sehr ernst, teils ins Lächerliche übersteigert durchgespielt. Ozon hat einen Roman der britischen Autorin Elizabeth Taylor als Vorlage benutzt, in dem das Leben der Trivialschriftstellerin Angel entworfen wird, einer teils überheblichen, teils hypersensiblen Person, die partout nicht zwischen ihrer Phantasiewelt und der Realität unterscheiden mag. Das beflügelt sie einerseits zu dienstmagdherzschmelzenden literarischen Ergüssen, die ihr halbherzige Anerkennung in der versnobten Oberschicht des viktorianischen Empires einbringen, andererseits stößt sie im Lauf der Geschichte immer öfter an die Grenzen ihres selbst gestalteten Universums, vornehmlich, wenn es um die Beziehung zu guten Freunden oder um die Liebe geht. Bei Ozon kommt die Geschichte einer frühen Rosamunde Pilcher teils selbst als Trivialromanze daher, teils als auf alt getrimmte Inszenierung einer solchen (die Kutsch- und Autofahrten sind sehr absurd im Stil alter Filme im Rückprojektionsverfahren gehalten). Umso erschreckender ist es, wenn die von Angel verdrängte grausame Realität die Schranken dieser doppelten Inszenierung durchbricht und z.B. der Tod vorbeischaut. Sehr intelligentes Kino im rosa Schafspelz.
FR/GB 2007, Regie: Francois Ozon
Darsteller: Romola Garai, Michael Fassbender, Charlotte Rampling, u.a.
Kinostart: 09.08.2007

Weitere Infos: www.angel-lefilm.com
© 01. August 2007  WESTZEIT ||| Text: Chrisloew
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