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EIGHT LEGS - Nur Spinnen haben acht Beine

Eight Legs heißen Eight Legs, weil sie acht Beine haben. So einfach kann die Welt sein! Damit wäre die dumme Frage nach dem Bandnamen schon mal abgegrast, um mit der zweitbeliebtesten Schiene weiterzumachen, nämlich ihrer Herkunft: Ich sag nur Stratford-Upon-Avon! Na, klingelt es? Zugegeben, das letzte Mal, dass jemand aus diesem Nest für Furore sorgte, ist schon über 400 Jahre her und sein Name war Shakespeare.

Aber was hilft einem dieser intellektuelle Mehrwert, wenn man 15 Jahre alt ist und Literatur so ziemlich das Allerletzte ist, wofür man sich interessiert?

„Wir haben schon als Teenager angefangen Musik zu machen. Wir sind zusammen zur Schule gegangen und das Einzige was man nachmittags tun konnte, war Fussball spielen oder irgendeinen andere Sportart. Wir stehen nicht auf Sport, also haben wir eine Band gegründet.“

Hmm, es scheint, es würden gar keine Bands existieren, wenn es nicht immer wieder Jungs gäbe, die keine Lust hatten Fussball zu spielen.

Whatever, Eight Legs gaben sich aufgemacht, dem gängigen Britpop-Einheitsgefiedel die Patina abzubürsten und wie es sich für einen aufstrebenden Newcomer gehört, lehnen sie Vergleiche kategorisch ab und wenn man dann doch gnädig eingesteht, Einflüsse gehabt zu haben , dann befinden diese sich im Olymp der Musikwelt.

„Wir sind eine eigene Band und haben unseren eigenen Sound! Einige Bands aus den Sixties haben uns sehr inspiriert, am meisten Velvet Underground, aber auch Punkrock. Diese ganze Bewegung hat einfach die Musikwelt für immer verändert. Von daher fühlen wir uns auch sehr geschmeichelt, wenn Leute uns sagen dass ‚Wear that Shirt‘ sich sehr klassisch 77‘ Punk- mäßig anhört. Das ist ein Riesenkompliment!“

Ein Kompliment der ganz anderen Art dürfte es wohl gewesen sein, als man sie bat, den Soundtrack zur Dior Homme Fashionshow zu liefern. Und das ohne Plattenlabel!! Zufall, unverschämtes Glück oder Schicksal??

„Unser Freund Chris hat für Dior gemodelt und wurde von Chefdesigner Hedi Slimane gefragt gefragt, ob er nicht eine Idee hätte, welche Musik für die Show in Frage käme. Chris schlug uns vor, ohne zu erwähnen, dass wir Freunde sind und spielte ihm ein Tape vor. Hedi war sofort begeistert und engagierte uns vom Fleck weg. Das war natürlich ein Riesenglück für uns. Publicity ohne Ende!“

Mittlerweile hat Weekender Records die Combo um Sänger Sam unter Vertrag genommen und ihr Debut Album ‚Blood, Sweat, Tears‘ aufgenommen. Produziert wurde das gute Stück von John Fortis, der auch schon Razorlight und Art Brut den letzten Schliff verpasst hat. Ort des Geschehens: Londons Brick Lane!!

Und jetzt das Unvermeidliche: First record you ever bought?

„Hmm, eine Scheibe von The Smiths. Ist das peinlich?“

Für jemanden, der gerade mal über 20 ist, gar nicht so schlecht und wenn es das gute Stück tatsächlich aus Vinyl war, gibt es die volle Punktzahl.

Demnächst steht für die Jungs in den engen Hosen eine Deutschland Tour auf dem Programm. Ihre vergangenen Gigs in Germany haben die Vier in guter Erinnerung behalten, standen sie doch als Support Act für die Pidgeon Detectives auf der Bühne. Dies wird das erste Mal sein, dass sie mit eigenen Album im Gepäck reisen.

Kann man eigentlich davon schon leben?

„Naja, ich weiß nicht, ob man es Leben nennen kann. Wir kriegen Geld, das schon, aber der große Durchbruch kommt hoffentlich diese Jahr. Wir sind da ganz zuversichtlich. Wir haben bisher immer total viel Glück gehabt und so manches Mal war einfach auch nur der Zufall auf unserer Seite. Wenn das so bleibt, blicken wir der Zukunft sehr entspannt entgegen!“

Noch gelten Eight Legs mit ihrer schweißtreibenden Show als Geheimtip, was sich nach Erscheinen ihres Debuts vermutlich schlagartig ändern wird.

Man sollte es auf jeden Fall zu einem ihrer Gigs schaffen, solange sie noch underground sind und sich das Vergnügen gönnen, in der ersten Reihe an der Bühne zu kleben, bevor Absperrungen sie für immer von Euch trennen werden. Also ab!!

Aktuelles Album: Searching For The Simple Life (Weekender Records / Indigo)
© 01. Februar 2008  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
Februar 2008

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