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Laura Cantrell - Die Song-Botschafterin

Laura Cantrell ist fürwahr ein Unikum. Welche Künstlerin kann schließlich schon von sich behaupten, sowohl Features im Wall Street Journal, wie auch im Rolling Stone gehabt zu haben? Mit ihrer dritten CD, "Humming By The Flowered Vine", ist die als Interpretin traditionell angehauchten Country-Folks bekannte und erst über die "Umwege" Radio-Moderatorin und Finanzexpertin zur Musik gekommene Laura nun gar bei dem Alternativ-Label Matador gelandet. Irgendwie ist das doch alles schon recht ungewöhnlich, oder?

"Also das ist so, daß meine letzten beiden Scheiben auf dem Mini Label meines Mannes Jeremy herauskamen. Wir waren zwar erfreut und überrascht über den Erfolg, aber es war eine Riesenmenge Arbeit und wir beschlossen, diese CD auf einem ‘richtigen’ Label herauszubringen. Matador ist dann auf uns zugekommen und ich hoffe, daß ich jetzt nicht meine alten Fans verliere, sondern statt dessen sogar neue hinzubekomme." Die Aussichten stehen ziemlich gut, denn auf der neuen Scheibe löst sich Laura vom orthodoxen Country-Sound und öffnet sich allen möglichen Einflüssen. "Nun, die ersten beiden Scheiben waren ganz klar Band-Scheiben", führt Laura aus, "ich bin zwar recht stolz auf diese Alben und denke auch, daß sie das, was ich mit meiner Band machte, gut repräsentieren. Aber ich fühlte, daß ich mit dieser Scheibe einen Schritt weitergehen müßte, um mein Wachstum zu zeigen. Die beste Möglichkeit das zu tun, war nun mal, das Klangbild zu erweitern. Wir haben mehr Instrumente, wie z.B. Keyboards oder die Geige verwendet. Ich habe auch mehr Gastsänger und -Musiker eingeladen – z.B. meine Freundin Mary Lee Cortez, Dave Schramm oder Calexico. Es ging mir aber nicht darum, radikal anders klingen zu wollen, sondern auf meinem bisherigen Material aufbauen zu wollen um die Erfahrungen zu vertiefen, die ich als Musikerin gemacht habe." Warum schreibt Laura eigentlich nur 50% des Materials und covert den Rest? "Zugegebenermaßen bin ich keine sehr produktive Songwriterin", gesteht Laura, "da ich aber dennoch unbedingt Musik machen wollte, mußte ich Cover-Versionen machen. Außerdem gibt es in meiner Heimatstadt Nashville ja diese Tradition, sich als Interpret Songs von wirklich guten Songwritern auszusuchen und so eine gewisse Partnerschaft einzugehen. Das geht zurück bis in die alten Tage, wo Patsy Cline nach jungen Willie Nelsons suchte, die ihr Songs auf den Leib schrieben. Diese Tradition ist in letzter Zeit ein wenig ins Hintertreffen geraten. Ich finde aber, es ist eine Tradition, die sich aufrecht zu erhalten lohnt." Anders als viele Kollegen wählt Laura hierbei indes keine Tracks aus dem Standard-Repertoire, sondern lieber zeitgenössische Stücke ihrer Freunde und Kollegen – und entpuppt sich hierbei als eine Art Botschafterin des unterbewerteten Songs. "Es ist ja schön und gut Hank Williams zu covern", bringt es Laura auf den Punkt, "das haben aber schon viele Leute getan. Ich finde es interessanter, das Material von Leuten vorzustellen, die zwar würdige Songwriter sind, die aber nicht so bekannt sind – und so dem Material eine Chance zu geben. Ich finde, es ist eine wundervolle Sache, wenn ich meinem Publikum Stücke präsentieren kann, die sie ansonsten kaum zu hören bekommen hätten. Außerdem mag ich es, Stücke zu singen, die noch nicht so oft vorher interpretiert wurden, weil es dann einfacher ist, etwas Originelles damit zu machen – was bei einem Hank Williams Song schon kaum mehr geht, da dieser schon auf jede erdenkliche Art gespielt worden ist."
© 01. Juli 2005  WESTZEIT ||| Text: Ullrich Maurer
Juli 2005

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