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THE DONNAS - Jugendstil

Punk ist Energie, Rhythmus, Power. Marketing ist, wenn aus diesen Elementen massenkompatible Millionenseller enstehen sollen. So mutiert eine tolle Frauenpunkband auf dem Papier schnell zu einer Girl-Pop-Sensation! Heute: The Donnas aus dem sonnigen Kalifornien.
Das Plattenfirmeninfo berichtet von einer Goldenen Schallplatte für das Album „Spend The Night“, die Donnas dementieren. Der Vater einer Musikerin sei ein berühmter Rockstar, hieß es. Dabei ist er einfach auch „nur“ Musiker. So zieht sich ein langer Faden der Fehlinformationen durch die diversen Biographien des Quartetts. Das nervt die Musikerinnen. Wie auch das Promotion-Durcheinander. Allison Robertson (Gitarre): „Viele Journalisten haben gestern (dt. Feiertag; Anm. d. Verf.) ordentlich Party gemacht, und heute die Interviews gecancelt!“ Ärgerlich. Dafür glätten sich die Wogen langsam woanders. Die Namensspielchen a la Ramones sind ad acta gelegt. „Unsere Pseudonyme wurden nicht allein abgedruckt, der richtige Name stand meist dahinter. Also wußte jeder die richtigen Namen. Wo ist da noch der Witz? Außerdem bin ich mittlerweile 25, kein Highschool-Kind mehr. Wir mochten diese Namensspielchen nie wirklich.“ Dafür mögen Brett Anderson (Vocals), Torry Castellano (Drums), Maya Ford (Bass) und Westzeit-Gesprächspartnerin Allison Robertson umso mehr ihr neues Werk. „Wir haben `Gold Medal´ zu viert komponiert. Ich schreibe Lyrics, Brett ebenfalls, Maya auch. `Spend The Night´ war mehr auf `fun´ausgerichtet, nun sind wir eher `poppy´. Unsere neuen Sounds sind vielseitiger. Der Rhythmus ist langsamer, dafür aber dynamischer. Einige Titel starten verhalten, gehen dann aber umso mehr ab. Auf `Spend...´ war alles irgendwie so (macht Geräusch) braaaaaaaaaaaaaaa. Gleiches Level, gleiche Geschwindigkeit. Cockrock. Alle Lieder handeln von einer chauvinistischen Heavy-Metal-Band. Die Message war, Girls können diese Art von Musik auch spielen! `Gold Medal´ist dunkler, mehr Metal. Es ist in unterschiedlichen Facetten härter.“






Und es hat ein wundervolles Cover. Stilistisch dem Jugendstil nahe, erinnert es subjektiv an die hippiesken Gestaltungsformen der 60er Jahre. Ein Song heißt „Revolver“, und damit ebenso wie jenes legendäre 1966er Album der Beatles... „`Rubber Soul´ist mein Beatles-Lieblingsalbum, `Revolver´liebe ich fast genauso. Diese beiden Werke gehören zusammen, sind Zwillinge. Sie kamen hintereinander heraus, sind gleich akzentuiert. Die Songidee zu unserem `Revolver´ist eigentlich ein Kreislauf. Alles dreht sich um ein Karma. Bist du ein Arschloch, wirst du möglicherweise auch auf Arschlöcher treffen. Alles im Leben kommt irgendwie zurück. It revolves. Maya meinte, `Revolver´wäre daher der passende Name. Es bezieht sich auf die Lyrics. Und ich liebe die Beatles. Also ist es der perfekte Name!“ Nun sprudelten die Worte, die Ärgernisse waren vergessen. „`Gold Medal´ wird immer in den sportlichen Bereich gerückt, was überhaupt nicht so gemeint ist. Es geht zwar darum, dass Beste herauszuholen, jedoch nicht sportlich betrachtet, sondern einfach auf uns bezogen. Wir geben unser Bestes! Wir kümmern uns nicht um irgendwelche Vorgaben. Klar, wir lieben unsere Fans, möchten sie verwöhnen. Aber der einzige Weg, unser Ziel zu erreichen, unsere Fans zu verwöhnen ist, gerade nach dem vorherigen Album, neue Wege zu beschreiten. Vorwärts zu gehen, Neues aufzeigen!“
Aktuelles Album: Gold Medal (Atlantic / Warner)
Weitere Infos: www.thedonnas.com
© 01. Februar 2005  WESTZEIT ||| Text: Ralf G. Poppe
Februar 2005

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