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THE THRILLS - Sorglosigkeit a.D.

„Das Wichtigste ist, dass du dich nicht von einer bestimmten Szene vereinnahmen lässt. Sieh dir doch nur einmal Pulp an. Sie waren der Inbegriff des Britpop und sind damit untergegangen“, sinniert The-Thrills-Gitarrist Daniel Ryan bei unserem Gespräch im Kölner Büro der Plattenfirma. Kein Wunder also, dass das zweite Album der Iren, das mit Gästen wie Kult-Arrangeur Van Dyke Parks und Peter Buck von R.E.M. eingespielte „Let’s Bottle Bohemia“, hörbar erwachsener daherkommt als „So Much For The City“, wenngleich aber streckenweise auch die hittaugliche Unbekümmertheit etwas fehlt.

Die neuen Nummern brauchen ihre Zeit. In Songs wie „The Curse Of Comfort“ oder „You Can’t Fool Your Friends With Limousines“ geht es um genau den Starstatus, der dem Quintett immer noch nicht ganz geheuer ist. „Ich hoffe wirklich, dass die Musikjournalisten wieder mehr über Musik schreiben“, sagt Ryan. „Ich habe letzte Woche Artikel über Keane, Razorlights und Pete Doherty gelesen, aber in keinem ging es um Musik. Nirgends wurden ihre Lieblingsbands erwähnt, aber das interessiert dich doch, wenn du eine Band gut findest, oder?“ Der Wunsch von Mister Ryan war uns Befehl, also plauderten wir mit ihm ausführlich über die Platten, die seiner Meinung nach in keiner Sammlung fehlen dürfen.
1. Sleepy Jackson - Lovers

Alle reden von Kasabian, The Yeah Yeah Yeah oder The Datsuns, aber die haben alle nicht den „spirit“ von Sleepy Jackson. Auf dem Album gibt es drei Songs namens „Come To This“, „Don’t You Know“ und „Morning Rain“, die einfach großartig sind. Ich glaube wirklich, dass ihr Sänger etwas ganz Besonderes ist, deshalb kann ich mir auch vorstellen, dass Sleepy Jackson eine Band wie R.E.M. werden!

2. Dexy’s Midnight Runners - Too Rye Aye

Eine meiner absoluten Lieblingsbands! Die Kritiker bevorzugen in der Regel das erste und das dritte Album, aber ich habe keinen Schimmer, warum niemand dieses zweite Album mochte, dabei ist doch „Come On Eileen“ drauf, einer der besten Nummer-1-Songs aller Zeiten! Der Song ist so anders, und es gibt darin so viele Wechsel! Das ganze Album ist unglaublich, es gibt darauf eine Menge Songs, mit denen ich sehr viel verbinde, „Plan B“ zum Beispiel oder „Old“.

3. N.E.R.D. – In Search Of…

Pharrell ist eine Berühmtheit, und das alleine hätte dieses Album getragen, aber die Songs darauf sind phänomenal. Ich wünschte nur, er würde alle seine Nummern selbst singen! „Provider“ ist einfach unfassbar! Das Video dazu mit den BMX-Rädern ist einer meiner Lieblingsclips ever!

4. Simon Paul – Paul Simon

Ihn kennt natürlich jeder, aber nicht viele Leute mögen ihn, sondern verachten ihn, weil er angeblich Weltmusik macht. Für mich ist diese Platte – das ist die, auf deren Cover er die Kapuze aufhat - der nahtlose Anschluss an Simon & Garfunkel. Wenn sie zusammengeblieben wären, wäre das hier ihr nächstes Album geworden. Der Song „Run That Body Down“ ist großartig!

5. The Libertines - Up The Bracket & The Libertines

Ihre Musik wird nicht sehr ernst genommen, weil das Drumherum bei ihnen wichtiger geworden ist, aber ich liebe die Libertines! „Tell The King“ vom ersten Album und „Music When The Light Go Out“ vom zweiten sind zwei der besten Songs der letzten zehn Jahre! Es gibt vermutlich eine Menge Leute, die die Platten besitzen, einfach, weil es cool ist - ohne sie je aufgelegt zu haben. Wenn sie die Libertines zusammenraufen würden, könnten sie so gut wie The Kinks sein!
Weitere Infos: www.thethrills.com
© 01. Februar 2005  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld ||| Foto: Virgin
Februar 2005

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