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LIFEHOUSE - Vs. Rock Routine

An ihren Hit „Hanging By A Moment“ kann sich wohl jeder Rockfan erinnern, der die letzten Jahre einigermaßen auf dem Laufenden war. Das dazugehörige Album hat zwar zu unrecht nicht soviel Enthusiasmus ausgelöst, aber das versuchen die sympathischen, jungen Amerikaner nun mit ihrer zweiten Platte wettzumachen. Folglich sind sie vollzählig zum Interview angetreten.

Vollzählig heißt inzwischen nicht nur zu dritt, sondern sogar zu viert, denn nach Rick Woolstenhulme, der erst nach dem Debütalbum Bandmitglied wurde, ist kürzlich auch noch sein Bruder Sean als zweiter Gitarrist dazugestoßen. „Die größte Veränderung innerhalb der Band war es, mit Rick zwei Jahre lang auf Tour und dann gemeinsam ins Studio zu gehen. Es hat sich diesmal viel mehr wie eine richtige Band angefühlt. So als ob wir alle dieselbe Mission hatten, eine straighte Rockplatte zu machen.“ Die massiven Veränderungen seit dem Erfolg ihres Debüts haben auch auf dem neuen Album „Stanley Climbfall“ deutliche Spuren hinterlassen. „Es handelt davon, sich zu bewegen, ohne zurückzublicken und alte Wunden aufzureißen.“ In Bewegung, nämlich auf Tour, sind auch die meisten neuen Songs entstanden. „Diesmal habe ich die Songs einfach passieren lassen. Ich habe ein Aufnahmegerät auf den Tisch gestellt und einfach drauflosgespielt“, erzählt Sänger Jason Wade. „Sozusagen in einem fließenden Bewusstseinsstrom.“ Auch inhaltlich haben sich im Songwriting neue Horizonte aufgetan. „Ich wollte weg davon, allein meine persönlichen Erfahrungen zu verarbeiten und stattdessen die Dinge aus der Sicht anderer Menschen betrachten. Nur aus der eigenen Perspektive zu schreiben, wird auf Dauer etwas einseitig.“ Sich ständig weiterzuentwickeln wird wohl auch für die nächsten Jahre ein mehr als natürlicher Prozess bleiben. Angst brauchen die vier davor jedenfalls nicht zu haben. „Egal, was die Zukunft uns bringt, das kann alles nicht so schlecht sein. Wir werden unseren Weg gehen, wo er uns auch hinführt.“ Denn Lifehouse konnten sich nicht nur in den USA eine treue Fanschar erspielen, auch hierzulande sind sie schon lange kein Geheimtipp mehr.
„Die Leute wissen es zu schätzen, dass wir trotz des Erfolgs dieselben Menschen geblieben sind.“ Das nimmt man ihnen auch ohne Zweifel ab. Dementsprechend fällt ihre Selbsteinschätzung aus. „Wir werden ja bisher kaum als eine ernstzunehmende Band wahrgenommen, sondern nur als One-Hit-Wonder. Es liegt nun an uns, den Leuten zu zeigen, dass wir noch mehr zu bieten haben als einen einzigen Riesenhit.“ Beweis genug dafür ist ihr neues Album, das sich durchaus auch unter den Großen der AlterativeRock-Szene in Amerika behaupten kann. „Wir versuchen nicht um jeden Preis, anders zu sein oder etwas total Außergewöhnliches zu machen. Natürlich gibt es Bands, die einander ähnlich klingen, aber es sind doch andere Menschen, die da singen und die Instrumente spielen. Jeder hat etwas absolut Einzigartiges, und es sind unsere Persönlichkeiten, die uns von anderen Bands unterscheiden.“

Aktuelles Album: Stanley Climbfall (Dreamworks / Motor)
© 01. Dezember 2002  WESTZEIT ||| Text: Manuel Schülke
Dezember 2002

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