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PUPKULIES & REBECCA - Der kapverdische Ausflug

Dass sich das Trio, bestehend aus Janosch und Rebecca Blaul und Sepp Singwald mit Bässen und Beats umgehen können, dass haben sie über vier Alben und seit 2005 bewiesen. Pupkulies alias Janosch Blaul besorgt am Rechner die Sounds. Rebecca schreibt die Texte und leiht dem Projekt ihre Stimme.

Zwei musikalische Welten

Doch waren Pupkulies & Rebecca nie unwiderruflich auf ein Genre festgelegt, sondern sind immer mit großen, mit offenen Ohren durch die Welt gegangen. Diesmal werden beide von besagten Ohren aus Europa heraus geführt. In Richtung der Kapverdischen Inseln. Das macht neugierig, da will man doch die gesamte Geschichte hören.

„Ich komme aus einer Familie von Entwick-lungshelfern und habe deshalb als Kind auf der Inselgruppe gelebt“, hebt Janosch Blaul an, „und bin dort bereits als Kind auf einem Musiker namens Tibau gestoßen.“

Die Rede ist vom Tibau Tavares, dem Komponisten und Liedermacher, der in kreolischer Sprache singt. Sein Repertoire ist fast unüberschaubar.

„Wir gaben schon viel Zeit zusammen verbracht und ich war vom ersten Augenblick an fasziniert, was er für Lieder schrieben kann“, fährt Janosch Blaul fort, „oft haben wir abends irgendwo gesessen, etwas gegessen, etwas getrunken und Tibau hat gespielt.“

Die Jahre gehen ins Land. Janosch Blaul taucht in die Musik ab und irgendwann wächst auch die Sehnsucht nach den Kapverden. Er reist hin und drückt Tibau nun seine eigenen CDs in die Hand. Ein Wagnis, weil definitiv zwei musikalische Welten aufeinanderprallen. Das Hören der Pupkullies & Rebecca-CDs löst bei Tibau erst Ver- und dann Bewunderung aus. Daraus erwächst der gegenseitige Wunsch, doch mal gemeinsam eine Platte zu machen. Das war vor fünf Jahren. Doch Widrigkeiten unterschiedlichster Art, lassen diesen Traum, wie eine Seifenblase platzen.



Herzensangelegenheit

Und die eh schon lange Geschichte wird noch länger.

„Doch jetzt endlich hat der Weg zu der lang ersehnten Zusammenarbeit geführt“, freut sich Rebecca Blaul immer noch sichtbar, „und weil es für uns so eine Herzensangelegenheit war, wurden auch ausschließlich Kompositionen von Tibau in den Fokus gerückt.“

In umfangreichen Listening-Sessions werden aus seinem umfangreichen Werk gemeinsam die Stücke ausgewählt, die es zu bearbeiten gilt.

„Als wir Tibau die Liste der ausgewählten Liede gegeben haben, war er völlig aus dem Häuschen“, erzählt Janosch Blaul, „es waren ausschließlich Lieder, für die sich auf den Kapverden keiner interessiert. Aber es waren seine Favoriten.“

Munter wird vor Ort aufgenommen, Tibaus Gitarren und sein Cavaquinho - eine Art Ukulele der heimischen Inseln, der Gesang von ihm und auch der von Rebecca und Bassläufe.

„Wir konnten nicht umhin, vor Ort auch noch perkussive Elemente mittels Field Recording zusammen zu tragen“, lacht Rebecca Blaul, „wir stoppten an Regentonnen und brachten sie zum Erklingen, wir ließen Wellbleche polternd auf den Boden fallen und auch Stein erzeugt auf Stein ungewöhnliche Klänge. Wir wollten einfach nicht auf irgendwelche sterilen Klangbibliotheken zurückgreifen.“

Zurück in Deutschland werden die mitgebrachten Klangkanister mit Tasten- und Kontrabassaufnahmen aufgefüllt und abgemischt.

Wie auch auf den vorhergehenden Pupkulies & Rebecca-Platten zeigt das Trio, wie gefühlvoll die Künstler es verstehen, Tibaus repetitives und hypnotisches Gitarrenspiel mit angedeuteten Clubnoten harmonisch zu verbinden.

Aktuelles Album: Tibau (Normoton / Alive)
© 01. Oktober 2013  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer
Oktober 2013

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