interviews
kunst
artexpo
cartoon
konserven
liesmich.txt
filmriss
dvd
vorlesungs-
verzeichnis

cruiser
agenda
live reviews
stripshow
lottofoon
kontakt
TSUNAMI BOMB - Flucht nach vorn

Auf einem der feinsten Punk-Labels überhaupt erblickt dieser Tage ein aufregendes Album das Licht der Welt. Die Bay Area-Punks von Tsunami Bomb schicken nach respektablem Underground-Aufenthalt ihr Debut „The Ultimate Escape“ via Kung Fu ins Rennen. Das dieser Weg nicht unbedingt leicht war, erklärte Bassist Dominic per e-mail.

„Die Szene ist hier draussen verdammt groß und voll von verschiedenen Ideen und Stilen. Es ist wirklich sehr unterschiedlich. Ich denke, Punk ist nicht mehr nur ein Style. Punk ist über seine ursprüngliche Bedeutung hinaus gewachsen.“ Spielt der Albumtitel darauf an? „Das ist Interpretationssache. Es repräsentiert eine Flucht vor was auch immer du fliehen musst.“ Um als junge Band dem Underground zu entfliehen, eine menge Gigs zu spielen und zahlreiche EP‘s in Eigenregie zu verkaufen, ist sicher nicht einfach. Da muss doch etwas Besonderes hinterstecken... „Das hoffe ich doch! Ich habe immer davon geträumt, diese Band zu haben. Wir haben hart gearbeitet, viel live gespielt und haben eigentlich alls nur durch harte Arbeit erreicht. Wir hatten halt keinen guten Vertrieb an der Hand und mussten ganz old-fashioned ran... selber rausgehen und die Teile verkaufen.“ Die harte Arbeit merkt man dem Album deutlich an. Die Kombination aus Power, Tempo, Spaß und Melodie überzeugt auf ganzer Linie. „Wir haben viel rumgewerkelt, um ein solides, ausgeglichenes Album, auf das wir stolz sein können, hinzubekommen. Ich bin sehr glücklich damit und liebe jeden einzelnen Song.“ Wen spricht das Material an? „Es kommen so viele verschiedene Typen zu unseren Shows, HardcorePunks und Leute aller Altersgruppen. Das ist ein schöner Anblick auf jedem Konzert und bedeutet uns sehr viel.“ Auf der anderen Seite gab es zu lesen, dass die Band Napster und Co. unterstützt... sehr widersprüchlich in Zeiten, in denen das Business an der illegalen Verbreitung von Musik krankt. „File sharing hat unseren Bekanntheitsgrad unglaublich gesteigert. Wir erreichten plötzlich Leute, die uns sonst nie kennengelernt hätten. Viele Fans aus Europa und besonders Deutschland haben so Kontakt mit uns aufgenommen und uns für diese mp3‘s ausdrücklich gedankt. Ich denke, dass sich nun viele dieser Leute auch das Album kaufen werden. Mann muss die Sache einfach anders beleuchten. Das Internet und file sharing ist ein Werkzeug, und es kann wesentlich mehr Business erschaffen als zerstören. Man muss nur richtig damit umgehen. Für mich ist es eine neue Art von Radio. Wir stellen ein Produkt vor und die Leute sollten es kaufen, wenn es ihnen denn gefällt.“ Auch wenn dies sicherlich eine weitläufige Problematik darstellt, die sich vielleicht momentan nicht in großem Maße auf die Band auswirkt, bleibt der Grundgedanke positiv. „Es ist ein wahrgewordener Traum. Ausserdem können wir bald die ganze Welt betouren. Der einzige Nachteil ist, dass es sich als schwierig erweist, Beziehungen zu Freunden aus der Heimat aufrecht zu erhalten, wenn man viel unterwegs ist. Aber Reisen gehört nun mal zum Geschäft.“ Dem ist nichts hinzuzufügen, ausser, dass es Anfang des kommenden Jahres auch für uns die Möglichkeit gibt, die Herren und die Dame endlich einmal Live zu bewundern, wenn die Kung Fu Records Europa-Tour (mit u.a. The Vandals und Tsunami Bomb) auch in Deutschland halt macht. Bis dahin versorgt uns alle das wunderbare Album sowie die Website.

Aktuelles Album: The Ultimate Escape (Kung Fu)
Weitere Infos: www.tsunamibomb.com
© 09. September 2002  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen ||| Foto: Trish Leeper
September 2002

Links

suche