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FIVE AND THE RED ONE - Sixpack mit Feuermal

Was passiert, wenn sich ein halbes Dutzend Ulmer Schwerenöter vom Ehrgeiz gepackt in eine Rock-Mission stürzen? Die Entstehung von „Mother Bomb Phoenix“, eine auf Konserve verewigte Ausbeute von 10 höllisch rockenden Songs, die allzeit mondän klingen, gewissermaßen wie die der australischen Meister des Wechsel-/Gleichstroms. Five And The Red One haben sich nach dem Feuermal auf der linken Oberkörperhälfte ihres Bassisten benannt. “Wir sind alle gleich, nur er ist halt irgendwie noch rot. Der Name soll unsere Gleichheit und Verbundenheit ausdrücken.”

Zusammen heizen sie so an, dass aus dem Feuermal ein wahrer Flächenbrand wird. Bereits mit ihrem ersten Album teilten sie sich schon die Bühne mit Bands wie Nickelback, The Sweet, Liquido, Bon Jovi, ihren Nachbarn Die Happy und anderen Größen aus dem Rockbusiness. Ihr aktuelles, zweites Album „Mother Bomb Phoenix„ hält eine funktionierende Mischung von Rocksongs bereit. Der Opener „Crash The Sky“ klingt als würden Therapy mit Alice Cooper eine Neuinterpretation von „Nowhere“ einspielen. Locker, flockiger Uptempo-Rock, der zu gefallen weiß. Der letzte Song klingt nach Radio, so als hätten Europe, Bon Jovi und Guns n´ Roses - jedoch ohne Axl - einen gemeinsamen Song am Start. Die Songs klingen abwechslungsreich, sie klingen international, sie klingen nach Publikum. Kurz und knapp: sie klingen nach Ruhm!

An wem oder was kann es liegen, wenn diese Prognosen nicht eintreffen, wenn also zu guter letzt das Publikum nur aus eine handvoll Menschen besteht, die das Album kaufen - wollt ihr dann weiterhin Euer Ding durchziehen?

„Wir sind ja eigentlich auch für große Stadien geboren, also hängen wir sofort alle Instrumente an den Nagel sobald, wir nicht mindestens jederzeit beide Alben parallel in den Top 10 haben. Ne, also unser Ding bleibt unser Ding. Natürlich wäre es für uns alle ein Traum irgendwann mal Geld mit der Musik zu verdienen, aber letztenendes machen wir es weil es für uns einfach das Größte ist gemeinsam zu spielen und anderen Leuten unsere Musik vorstellen zu können. Wenn in sechs Jahren nordenglische Folklore Mainstream ist, werden wir ganz sicher nicht anfangen Dudelsack zu spielen, vielleicht tragen wir nur einfach keine Unterhosen mehr.“

Ihr kommt aus Ulm, nicht gerade Deutschlands Rockcity. Kann es an der kulturellen Auslegung der Stadt liegen, dass es wenig Bands aus Ulm auf die Bretter der Bühnen außerhalb der Stadt schaffen?

„Das glauben wir nicht, wir denken es liegt am eigenen Willen, andere Sachen, Städte und Menschen zu sehen auch wenn man alles stehen und liegen lassen muss für einen Appel und ein Ei.“

Was scheint der Grund dafür zu sein, dass Euer aktuelles Album bereits einen größeren Bekanntheitsgrad als Euer erstes hat?

„Unsere erste Platte war gut für unseren eigenen Lernprozess, richtig released haben wir Sie nicht. Wir stehen weiterhin hinter dieser Platte, Fans von R´n´R kommen auf Ihre Kosten. Wir haben natürlich auch viel Lehrgeld mit dieser Platte bezahlt. Bevor wir zu den zweiten Aufnahmen ins Studio sind, haben wir sorgfältig evaluiert was besser werden muss sowohl musikalisch als auch promotechnisch und für uns selbst beschlossen wie wir es mit der zweiten Platte anders machen wollen.“

Was wollt Ihr mit Eurer Musik – speziell mit „Mother Bomb Phoenix“ erreichen?

„Für uns ist es eine Kampfansage! An unsere Fans, an die Industrie und vor allem an uns selbst, denn "Mother Bomb Phoenix" bedeutet für uns übersetzt soviel wie: Das Ding wird’s! Den Titel hatten wir schon bevor wir ins Studio gegangen sind und haben dementsprechend auch versucht nur Songs aufzunehmen, die diesem Anspruch gerecht werden. Außerdem dachten wir, dass wir gezielt einen Namen wählen, der viele Interpretationen offen lässt, aber auch ohne großes Nachdenken einfach wirkt“

Ihr geht mit Alice Cooper und Whitesnake auf Tour. Beides Bands, bzw. Musiker mit denen Ihr Euch musikalisch definieren könnt. Denkt Ihr, dass diese Tour Euch beeinflussen kann bzw. menschlich verändern wird?

„Wir sind ab dem 18.11. mit Whitesnake und Alice Cooper auf Tour. Zwei Bands, mit denen wir uns super identifizieren können. Zwei Riesen Rockbands mit unglaublich charismatischen Musikern. Was kann es beispielsweise für einen jungen Rocksänger größeres geben als vor David Coverdale auf der Bühne zu stehen. Oder für einen jungen Drummer sich mit Eric Singer die Bühne teilen? Natürlich ist es das Ziel auf dieser Tour seinen musikalischen und menschlichen Horizont zu erweitern. Es wäre ja schlimm, wenn man als Band mit so einer Gelegenheit nicht wachsen würde oder sich nicht für all die neuen Erfahrungen öffnen könnte.“

Aktuelles Album: Mother Bomb Phoenix (Hellfest / Universal)
© 01. Dezember 2008  WESTZEIT ||| Text: Georg Lommen ||| Foto: Jens Kramer
Dezember 2008

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