interviews
kunst
artexpo
cartoon
konserven
liesmich.txt
filmriss
dvd
vorlesungs-
verzeichnis

cruiser
agenda
live reviews
stripshow
lottofoon
kontakt
Christine Buchholz u.a. (Hrsg.) - Unsere Welt ist keine Ware. Handbuch für Globalisierungskritiker

Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, 350 Seiten, 9,90 Euro

Seit einigen Jahren geistert der Begriff der Globalisierung durch die Weltgeschichte, einer Erscheinung, die es prinzipiell zwar schon seit 500 Jahren gibt, deren moderne Ausprägung aber erst mit diesem Namen versehen wurde. Und mit der Globalisierung erschienen auch die Globalisierungskritiker, obgleich es die natürlich auch schon - unter anderem Namen - gab. Spätestens seit den Demonstrationen in Seattle bei einem Treffen derWelthandelsorganisation (1999) und allerspätestens seit den "Unruhen" von Genua 2001 rückte auch die globalisierungskritische Bewegung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Und diese Öffentlichkeit ist, im Gegensatz zu früheren Protestbewegungen, recht offen gegenüber den Argumenten der Gegner. Das liegt daran, dass das Gros der Bevölkerung die Folgen des expandierenden weltweiten Handels und seines neoliberalen Credos unmittelbar zu spüren bekommt in Form von Arbeitslosigkeit, Reallohnverlusten, Kürzungen von Sozialleistungen oder erhöhtem Arbeitsdruck, um nur einige Dinge zu nennen. Das vorliegende Buch versucht das Phänomen in rund 25 Artikeln zu beschreiben und zu analysieren, und die Autorenschaft reicht vom Studenten der Volkwirtschaftslehre über altmarxistische Studentenpfarrer und Naomi Klein bis hin zu Noam Chomsky, einem bekannten Kritiker der westlichen Welt. Die Aufsätze sind unterschiedlichen Inhalts und natürlich auch unterschiedlicher Qualität. Wir erfahren, was WTO und IWF bedeuten, wir lernen die Funktionsweise der internationalen Finanzmärkte kennen, uns werden Beispiele serviert, welche die Praktiken von Coca Cola und Citigroup (Citibank) vorführen und wir sehen, wie die Werte einer gerechteren und demokratischeren Welt aussehen könnten. In erster Linie ein ökonomisches und politisches Buch, und trotz der prinzipiell trockenen und manchmal schwierigen Materie meist gut lesbar. Genau richtig für diejenigen, welche einen kritischen Einblick in die Wirkungsweise der Weltwirtschaft nehmen und den Stand der Globalisierungskritik hierzulande erfahren möchten.
© 24. Dezember 2002  WESTZEIT ||| Text: Armin Hermes
Liesmich.txt

Links

suche