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Jessica Wilker - Das Einmaleins der Beziehungen

Theseus Verlag, Berlin 2002, 111 Seiten, 12,90 Euro

Manchmal fragt man sich, wie viele Bücher denn noch über "Beziehungen" geschrieben werden müssen, damit wir Menschen endlich mal erkennen, wie diese Beziehungen richtig funktionieren. Dabei ist die steigende Anzahl der "Ratgeber" ja nur der Reflex auf die in der Realität in Schieflage geratene Welt der zwischenmenschlichen Kontakte. Nun also noch ein kluges Buch darüber! Die Autorin, eine Psychologin und Religionswissenschaftlerin und praktizierende Buddhistin, versucht uns vor ihrem buddhistischen Hintergrund anhand von drei ausführlichen Beispielen darzulegen, woran es uns in unseren Bemühungen um ein gutes Auskommen untereinander mangelt, welche Fehler wir machen und wie wir Abhilfe schaffen können. Diese Beispiele sind in der Form moderner Märchen abgefasst, was bisweilen etwas altbacken und wirkt, vor allem dann, wenn sozusagen als der Ratgeber am Ende stets ein "Spiegel" auftaucht, der den Weg weist. Aber andererseits schreibt die Autorin auch ziemlich unaufgeregt über die Dinge und will uns auch nicht mit Ratschlägen erschlagen. Wer nicht gleich hunderte von analytischen Seiten über die Qualität des menschlichen Miteinanders lesen, sondern sich eher punktuell und undogmatisch dem Thema näheren möchte, für den ist dieses Buch lesenswert. Natürlich – siehe oben – ist es unter buddhistischen Vorzeichen verfasst, aber man muß kein Anhänger dieser Ethik sein, um zu erkennen, dass dem westlichen Ego einige Dinge fehlen oder abhanden kommen, die ihm hilfreich wären bei der Gestaltung von gleichgewichtigen Beziehungen. Und es kann niemandem schaden, wenn er erfährt, dass seine Bemühungen um "Beziehung" ohne die Fähigkeit zu einem realistischen Selbstbild scheitern werden. Also durchaus auch ein ernstes Buch, welches man aber auch im Bett lesen kann (oder auf der Couch).
© 24. Dezember 2002  WESTZEIT ||| Text: Armin Hermes
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