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FRANZ KASPER - Hundekuchen

Franz Kasper aus Köln ist einer jener Musiker, die sich selber ständig aufs Neue herausfordern müssen. Das ist auch der Grund, warum jede seiner Scheiben jeweils total anders klingt. Das Debüt-Album wurde noch alleine im Studio zusammengefrickelt. Es folgten zwei Projekte, bei denen seine mit Streichern und Bläsern besetzte Band mehr oder minder stark eingebunden wurde und nun, auf seiner neuen CD „Man With A Dog“, spielt Franz im Trio-Format mit Gästen – und Gitarre, während er bislang vorwiegend hinter dem Piano saß.
Insofern ist „Man With A Dog“ auch – im Vergleich zu den hochkomplex arrangierten Vorgängern – sein bislang geradlinigstes Werk geworden. Nur: Warum das alles so ist, darf man ihn nicht fragen.

„Ich weiß es nicht“, antwortet er nämlich darauf, „ich mache Musik nicht aus äußeren Zwängen heraus, sondern weil ich Lust dazu habe. Es gibt also nicht den Plan, dass mal wieder eine Franz Kasper-Platte erscheinen sollte, sondern es gibt eine Reihe von Songs, die es wert sind, aufgenommen zu werden. Es gibt bei mir immer Phasen in denen ich bestimmte Dinge bevorzuge. Nicht alles davon schafft es auf CD – jetzt ist es aber die Gitarre, die mich reizte. Zwar konnte ich mir das in den letzten zwei Jahren, in denen ich auch mein Studium beendete, noch nicht vorstellen, aber ich sagte damals auch schon, dass ich mir vorstellen könnte, dass ich heute anders darüber denke – und das ist jetzt eingetroffen.“

Aber auch, wenn Franz heutzutage, wie am Anfang seiner Laufbahn, wieder zur Gitarre greift, und es weniger orchestral zugeht, heißt das nicht, dass es nun wieder Rock-Musik gibt. „Man With A Dog“ bietet Franzens hierzulande außergewöhnliches Songwriting, bei dem er mit leichter Hand, aber niemals linear, Elemente aus Jazz, Pop, Rock und Artverwandtem miteinander verquickt. Warum er indes seine im Prinzip eingängigen Kompositionen zuweilen mit vertrackten Nickeligkeiten „aufbricht“ hat einen ganz einfachen Grund:

„Ich würde mich ansonsten zu schnell langweilen“, meint er und führt uns wieder zum Thema „herausfordern“. Seinen Musikern sind die neuen Stücke nicht mehr kompliziert genug. Die aus Jazz und Klassik stammenden Koryphäen rümpfen die Nase, wenn Franz – mit einer Prise Ironie, aber im Grunde recht kompetent – etwa mit Elementen aus Folk und Country flirtet.

„Die haben sich sogar geweigert, das Material zu spielen“, resümiert Franz, „dabei ist es gar nicht so einfach, ein Country-Stück richtig zu spielen. Ich habe im Laufe der Zeit auf einigen Produktionen aus diesem Genre mitgespielt und denke, dass ich das beurteilen kann.“

Gibt es dabei so etwas wie einen roten Faden?

„Höchstens deswegen, weil die Songs so schnell entstehen. Das ist alles in ein paar Monaten erledigt. Und diese Songs handeln dann natürlich auch von Themen, die mich in dem Moment beschäftigen.“

Und was will uns der Titel der Scheibe, „Man With A Dog“ sagen?

„Überhaupt nichts“ schmunzelt Franz, „das ist einfach der Titel eines Songs mit einem sehr lustigen Text.“

Mit dem neuen, direkten Ansatz entfernt sich Franz auch von seinen großen Idolen, den klassischen Songwritern wie Hoagie Carmichael.

„Ja, es ist schon alles sehr viel direkter“, bestätigt Franz, „aber es ist kein bewusster Prozess. Ich habe jetzt eben einfach Lust auf Gitarrenmusik. Und eine Trio-Besetzung erfordert auch, dass die Sachen ein wenig straighter sein müssen. Da ist kein Platz für großartigen Quatsch.“

Nicht, dass Franz Kasper großartigen Quatsch machte. Aber mit „Man With A Dog“ ist Franz Kasper zweifelsohne seine bislang zugänglichste Scheibe gelungen. In einer besseren Welt gehörte so etwas eigentlich auch gleich in die Charts ...



Aktuelles Album: Man With A Dog (DayGlo)
© 01. Dezember 2007  WESTZEIT ||| Text: Ullrich Maurer
Dezember 2007

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