interviews
kunst
artexpo
cartoon
konserven
liesmich.txt
filmriss
dvd
vorlesungs-
verzeichnis

cruiser
agenda
live reviews
stripshow
lottofoon
kontakt
TAKING BACK SUNDAY - Melodymaniacs

Still Emo? Still hot, meine Damen und Herren. Mögen sich die Geister auch noch so gerne an diesem Genre scheiden, etwas Besonderes zu entdecken gibt es allemal und immer noch. So sind auch die Entwicklungen weitreichend. Kommen viele Bands dieser Spielart noch aus einem puren Hardcore-Kontext und besinnen sich auch gerne wieder dahin zurück, lässt der Part, der dem Kind seinen Namen gibt, auch gerne in Richtung Alternative überschwenken und bringt das in den Vordergrund, was eigentlich immer dort stehen sollte: der Song.

2002 war ein gutes Jahr für Taking Back Sunday. In ihrer Heimat, den USA stieg das Debütwerk „Tell All Your Friends“ auf anhieb in die Charts ein, das Bewusstsein der Leute für gut gemachte Emo- und Alternative-Klänge war ungebrochen und die Passion der 5 Musiker brachte es so weit, dass rund 500.000 Amerikaner diese Scheibe ihr Eigen nannten. Ja, sie hatten ihren Freunden davon erzählt. Ja, ihnen gefiel die Verbindung großer Rock-Riffs und stets durchscheinender Punk-Attitüde. Die wahnsinnig vitalen Live-Shows der Band taten ihr übriges dazu. Schnell wurde man Stammgast auf der Vans Warped-Tour, mauserte sich vom morgendlichen Opening Act zum Headliner (in diesem Jahr) und konnte durch Touren mit Blink 182 und Cypress Hill sowie einigen Soundtrack- und Samplerbeiträgen auch genrefremdes Publikum von seinem Können überzeugen. Doch dann der Schock nach der mehr als erfolgreichen „The Takeover Tour“, die die Band als Headliner an Orte brachte, die sie selbst nicht erträumt hatten - Auflösungsgerüchte machten sich breit, obwohl doch alles so gut zu laufen schien. Zwei von fünf, Bassist Shaun Cooper und Gitarrist/zweiter Sänger John Nolan verließen die Band und alles wurde anders. Der Druck war groß, wurde die Fanbase doch größer und verlangte quasi eine schnelle Entscheidung. Dann kam eins zum anderen und mit Fred Mascherino (Guitar, Vocals) und Matt Rubano (Bass) gesellten sich schnell zwei potente Mitstreiter zu Adam Lazzara (Lead Vocals), Eddie Reyes (Guitar) und Mark O’Connell (Drums). Der Rest ist Geschichte - die noch geschrieben werden möchte. Konsequent verfolgte man den Weg des Debüts weiter und konnte mit frischem Wind und Spontaneität der beiden Neulinge die Klasse der beiden verflossenen schnell ausgleichen, wenn nicht gar übertreffen. Ausnahmslos basiert jeder Song von „Where You Want To Be“ auf gutem Melodiegespür und trumpft mit Arrangement-Finessen auf, die so ungewöhnlich garnicht erscheinen. Man muss halt auch wissen, wann Schluss ist, wann es zu viel wird. So findet sich auch kaum überbordende Heavyness oder allzu komplexes Rhythmikspiel auf dem Album wieder, sondern stets songdienliches „Rocken am Limit“. Eines der Highlights nennt sich „Little Devotional“ und macht seinem Namen keine Ehre, denn die Aufopferung dieser Band ist schon großartig. Im Dienste von Hymnen, die eine ganze Generation glücklich machen können und wollen, lassen sie sich keine Steine in den Weg legen und schaffen es auch, Ende des Monats mal kurz für drei Shows über den großen Teich zu jetten. Bitte nicht verpassen!

Aktuelles Album: Where You Want To Be (Victory/Sony)

Live: 31.8. Hamburg - Knust / 1.9. Berlin - Knaack / 2.9. Köln -Bürgerhaus Stollwerck
Weitere Infos: www.takingbacksunday.com
© 02. August 2004  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
August 2004

Links

suche