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PEGASUS - Vier Freunde müsst ihr sein

Die Bieler Band Pegasus ist mit ihrem dritten Album ´Human Technologie´ in der Schweiz so erfolgreich wie nie. Die vier Musiker halten sich seit der Veröffentlichung monatelang in den Schweizer Album Charts. Jetzt wird zum großen Sprung auf deutsche Lande angesetzt. Dazu ist Frontmann und Multiinstrumentalist Noah Veraguth mal eben nach Berlin gezogen.

Eine lange Geschichte

Drei der vier Bandmitglieder sind in der gleichen Straße aufgewachsen und haben schon mit sieben Jahren gemeinsam Musik gemacht. Sie sind inzwischen so enge Freunde, das sie fast als Brüder durchgehen könnten.

„Sich so lange zu kennen hat schon bandchemische Vorteile“, erläutert Noah Veraguth, „wenn ich jetzt Musik schreibe, denke ich auch an die anderen drei. Wir können wirklich von einem gegenseitigen blinden Verständnis sprechen.“

Und dieses blindes Verständnis und sicherlich auch die beinharte Basis der Freundschaft sorgt dafür, dass Pegasus mutig in Richtung musikalischer Gefilde marschiert sind, die, nicht nur in der Schweiz, eher unbeackert sind.

„Wir haben immer den Wunsch gehabt, aus dem engen Korsett des klassischen Rockquartetts auszubrechen“, fährt Noah Veraguth fort, „wir experimentieren mit Klangfetzen von Rhythm and Blues- und Euro-Klangkosmen, häufig setzen wir den analogen Drumsynthesizer TR-808 ein, weil er so weich und elektrisch klingt.“

Und dann gibt es noch etwas, was auffällt - die Alleinstellung von Pegasus im melodischen Bereich. Was wohl damit zusammenhängt, dass Noah Veraguth eine brasilianische Mutter hat, die ihn in der Kindheit mit Musik ihrer Heimat beschallt hat.



Faktor des Unbewussten

Pegasus nehmen mir nichts, dir nichts schlichte Versatzstücke der Singer/Songwriter-Tradition, kreuzen sie mit Elementen aus der Club-Szene und schätzen auch die Vorzüge der Popmusik. Was sich so nach kalkuliertem Plan anhört, klingt in Musik gefasst aber gar nicht so. Die Musik von Pegasus atmet. Ist luftig leicht und flockig. Auch dieses Phänomen kann Noah Veraguth erklären.

„So klingen Sachen, wenn sie schnell entstehen. Unbewusst. Das ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die du als Musiker entwickeln musst, du musst stets bereit sein für den magischen Moment, wenn so ein Lied anklopft. Dann sofort zugreifen. Und es einfach fließen lassen.“

Pegasus zeichnen sich zudem noch durch genrefreies Denken aus.

„Wir gehören keiner Szene an“, bekräftigt Noah Veraguth, „wir sind nicht Britpop, wir sind nicht Rock oder was weiß ich. Wir sind ausschließlich wir. Wir machen die Musik, die wir machen wollen.“

Solches Selbstbewusstsein, solcher Mut, der wird belohnt werden. Als Startblock für einen internationalen Lauf, hätten Pegasus kein besseres Album vorlegen können. Damit können sie jeder internationaler Truppe absolut auf Augenhöhe begegnen.

Aktuelles Album: Human.Technology (Muve / PIAS / Rough Trade)
© 01. Mai 2013  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer
Mai 2013

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