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KRUM BUMS - Punkrock und Brotkrümel

Krum Bums kommen aus Austin und machen Punkrock! End of the story! An merkwürdige Bandnamen mittlerweile zur Genüge gewöhnt, kann mich diesbezüglich nichts mehr vom Hocker reißen, aber Krum Bums setzen eben noch einen drauf und machten mich doch neugierig. Nach einem Wochenende mit Freunden aus San Francisco noch leicht angenervt, von deren schon fast zwanghaften Angewohnheit immer ‘Dingsbums’ zu sagen, wenn sie nicht weiter wissen, nun das: ‘Krum Bums!’ Vermutlich musste Ry diese Frage schon 5000 mal beantworten und ich bin mehr als überrascht, eine echte Story geliefert zu bekommen.

“Wir fanden diesen Namen passend für uns: Die Geschichte dahinter geht auf den zweiten Weltkrieg zurück, als Amerika sich in einer schlimmen wirtschaftlichen Krise befand: Geld war nichts mehr wert und die meisten Leute hatten eh keins, also wurden Essensausgaben im ganzen Land organisiert, um die Leute zu ernähren, sogenannte ‘Breed Lines’. Die farbigen Kids, die nicht in diesen Lines stehen durften, pickten die Krümel unter ihren Füßen auf, weil sie nichts anderes hatten - daher der Name Krum Bums!”

Na, wenn das nicht mal eine Referenz ist!

Ihr kommt aus Austin, das ja für seine atemberaubende, vielseitige Musikszene bekannt ist, glaubst Du das hat Eure Entwicklung maßgeblich mit beeinflusst?

“Auf jeden Fall! Keine Frage, dass es uns so nicht geben würde, wenn wir nicht diese fabelhafte Szene hier hätten, es ist eine Brutstätte für alle möglichen Arten von Bands. Du kannst abends ausgehen und Dir eine Punkrockshow angucken, eine coole Metalband oder sogar echten Country, kein 'Fake Ass Shit' wie sie ihn in Nashville produzieren. Diese Konzeption ist einmalig!”

Was war für Euch dieser Funke, der Euch dazu brachte, eine Band zu gründen?

“Die Geschichte ist wohl bei allen Bands immer die gleiche: Wir haben vorher schon in allen möglichen Bands gespielt, die alle einen ähnlichen Sound bevorzugten, wir alle standen auf The Pogues, Joy Division, GBH oder auch Exploited und probierten musikalisch mit allen möglichen Leuten rum: 2000 waren wir der Meinung, dass es einfach nicht mehr genug Punkrock in Austin gab und so beschlossen wir die Szene zu verändern... Tear it down and build it up again!”

Wenn Ihr Euren Sound in eine Schublade stecken müsstet, ungeachtet der Tatsache, dass solche Kategorisierungen natürlich total verhasst sind, wie würdet Ihr Euren Sound beschreiben?

“A true Austin Band!”

Kurz und schmerzlos! Euer neues Album 'Cut The Noose' ist ja ein ziemlicher Knaller, auf dem alle Songs mit der gleichen Dichtheit und Dynamik überzeugen können. Hast Du dennoch einen Lieblingssong, der für Dich alle anderen überragt?

“Ich finde, dass die einzelnen Songs emotional sehr unterschiedlich sind, aber wenn ich mir nur zwei raussuchen müsste, um sie live zu spielen, wären das 'Cut the Noose' und 'Starving Wolves' - ich mag die Agressivität dieser beiden Stücke.”

Von welcher Zeile in einem Rocksong würdest Du Dir wünschen, dass Du sie geschrieben hättest?

“Das ist eindeutig ‘I left the place sometimes crawling, sometimes walking and a hungry sound came across breeze so I gave the walls a talking´ von Shane McGowen/The Pogues. Ist das nicht eine fucking großartige Art den Zustand zu beschreiben, in dem man morgens total betrunken aus einer Bar rauskriecht? Unvergleichlich! Aber das ist nur eine von vielen unsagbar coolen Lyric Lines - es gibt Tausende!'

Neues Album, neues Glück! – wie sind Eure Pläne für den Rest von 2011?

„Touren, touren und nochmal touren! Wir kommen nach Europa und spielen sogar einige Shows in Russland diesen Winter. Wir beabsichtigen uns mit Unmengen von Absinth zu betrinken und uns mit Döner Kebab vollzustopfen!“

Sounds like a plan – stay tuned!

Aktuelles Album: Cut The Noose (PeopleLikeYou / EMI)
© 01. September 2011  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
September 2011

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