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SAMAVAYO - Schlichte Kraft

Es ist alles ganz einfach: Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang. Mehr nicht. Doch nicht nur in der Ruhe, auch im Schlichten liegt die Kraft. Von der Schnörkelhaftigkeit zur Schnörkellosigkeit. Samavayo proben mit ihre neuen Platte ´Cosmic Knockout´ die Revolution der Reduktion. „Es muss rocken! Verdammt rocken!“, da sind sich Frontmann Behrang Alavi und Bassist Andreas Voland einig. Samavayo ist eine dieser Bands, die vor fiebriger Leidenschaft lichterloh brennen. Mit der aktuellen Veröffentlichung ist es ihnen gelungen, diesen kreativen Flächenbrand auf Platte zu bannen.

Schlanke Höhen, dicke Tiefen

Grundlegend für Samavayo ist der Klang der Gitarren. Damit ist nicht nur der halbe Proberaum vollgehängt. Daran arbeiten sich nicht nur die beiden Gitarristen Behrang Alavi und Marco Wirth ab. Die ganze Band tut es. Einträchtig entscheiden die Berliner Großstadtrocker, welche musikalischen Schleusen geöffnet werden:

„Wir machen nichts anderes, als unsere, ganz eigene Musik. Gespeist wird sie aus den gehaltvollen Quellen von psychedelischem Rock, Funk, Metal, Alternative-Rock der 90er und natürlich dem guten alten Rocksound der 70er“, lassen Behrang Alavi und Andreas Voland vermelden. Geradezu infektiös breiten sich die schlanken Höhen und die dicken Tiefen aus. Und münden schlussendlich in einem ´Cosmic Storm´, so auch der Name des Titelstücks der CD. Samavayo spielten sich bei über 350 Konzerten in ganz Europa in die Gehörgänge ganzer Heerscharen. Wer so oft seinen Fans so nahe ist, der braucht kein Zuhause mehr. Die Straße wird dazu. Und der Proberaum. Er ist das Kraftwerk, wo das energetische Herz von Samavayo schlägt. Wo die für Band das Wesentliche formuliert wird: Rohe und kantige Lieder mit exzellenten Spannungsbögen. Unerbittlich und direkt nach vorne gespielt.

Befreites Aufspielen

„Bei Samavayo gibt es nichts zu enträtseln, wir kochen auch nur mit Wasser, aber das kocht nicht nur, das brodelt“, stellt Andreas Voland klar, „unser Purismus geht ohne Umwege in den Bauch und die Beine.“

Wer im Probenkeller so stimmig und so auf den Punkt spielt, warum sollte der zum Aufnehmen der neuen Platte ins Studio umziehen?

„Die logische Konsequenz war, Equipment in den Proberaum schleppen und am Puls der Kreativität aufnehmen“, lobt Behrang Alavi die Entscheidung. So ist auf ´Cosmic Knockout´ dieser einzigartige Charme des Klangs durchgehend präsent. Samavayo spielen befreit auf.

„Wir haben nie zuvor ein Album gemacht, das sich so sehr aufgedrängt hat“, bekräftigt Andreas Voland, „ein ehrlicheres musikalisches Statement hätten wir nicht ablegen können. So nah an uns selber dran.“

So ist ein auf das Essentielle reduziertes, funkelndes musikalisches Juwel entstanden, das geradezu danach schreit, live vorgestellt zu werden.

Mit dem frischen Tönen, die Samavayo auf die neue Platte gepackt haben, fühlen sie sich äußerst wohl; denn sie spielen nicht nur Rock’n’ Roll, sie leben die geliebten Klänge. Was sie tun, das machen Samavayo 150prozentig. Ohne Kompromisse. Geradeaus. Zeitlos. Und das tut der Musik gut. Richtig gut.

Aktuelles Album: Cosmic Knockout (Setalight / Rough Trade)
© 01. August 2011  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer
August 2011

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