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BOB WAYNE - On the road forever...

Kein anderes Musik-Genre musste hierzulande wohl so viele Jahre in der Verdammnis verbringen wie Country: Als reaktionär verschrien oder einfach als Landeigedudel belächelt, schlugen sämtliche Adaptionen und Versuche des Amerikaners liebsten Sound in unsere Musiklandschaft zu integrieren samt und sonders fehl...

Klar, ein paar von uns mochten schon immer Willie Nelson und natürlich war und bleibt Hank Williams ein Gott, aber Williams ist schon lange tot und wer kann schon grundsätzlich was Schlechtes an jemanden finden, der seine mit Weed vollgestopfte Gitarre aus seinem brennenden Haus rettet? Selbst unsere Jahrhundert Ikone Johnny Cash hatte zeitweise mit seinem Sound bei uns einen schweren Stand. Erinnert Euch, die meisten schworen erst seit den American Recordings Stein und Bein, schon immer Cash gehört zu haben.

Wie dem auch sei, mit Country assoziierte man eine Ewigkeit die Glitterwelt Nashvilles, in der Outfits gang und gebe waren, die selbst Elvis in seiner Las Vegas Zeit vor Neid hätten erblassen lassen und Hinterwäldler, die sich Bierdosen vor die Rübe hauen.

So,und nun macht Euch bereit für Bob Wayne, dem besten Kumpel von Hank III und ein Road Dog dem Herren!

Das Image, das Dir hier in Europa angediehen wurde ist ja ziemlich unterschiedlich von dem, was Du in den USA hast... Erzähl mal!

„Das ist wohl eher so eine Image Geschichte, die von anderen forciert wird: In Europa bin ich dieser Songwriter Typ, der in seiner Limousine lebt, die Highways abfährt und seinen Kram aus dem Kofferraum verkauft, und das schon seit fünf Jahren – ein ernsthafter Musiker. In den USA dreht sich alles um Parties, Frauen, Alkohol und Drogen – aber die meisten merken spätestens während einer Show, dass dem nicht so ist. - I’m gonna take your mind off everything, then I’m gonna break it down for you. If you lure them in with that stuff then you can put a serious song in there that’s like “Whoa.”

Was ist mit Deinem neuen Album, es sollte ursprünglich schon im Oktober kommen, aber nun erscheint es doch erst im Februar.

„Mein Label möchte einfach einen guten Job machen und es kamen wohl drei Alben im Oktober raus, die wirklich fett waren, und ich sollte nicht um Hintergrund verschwinden, deshalb hat sich der Termin verschoben. Außerdem war wohl etwas mit dem Barcode nicht in Ordnung, wenn man meine Platte abrief, kam irgendwas über eine alte Metal Band aus den Achtzigern.“

Was ist mit Deiner Band, man weiß ja nie so genau im Vorfeld, wer mit von der Partie sein wird.

„Tja, manchmal mache ich etwas mit der 357 String Band, es ist aber auch immer wieder großartig mit den Jungs von Zeke unterwegs zu sein oder den Musikern von Hank III. Ich habe eine ungesunde Obssesion: Ich kann nicht aufhören zu touren! Das macht es schwierig eine feststehende Band zu haben, weil die einzelnen Mitglieder natürlich ihr eigenes Leben, Familie und Pläne haben, also bin ich nur Bob Wayne. Ich möchte auch nicht ständig erklären müssen, warum der Eine oder Andere nicht mehr mit von der Partie ist. Ich bin sehr loyal, die Leute entscheiden selbst, bei welchen Touren sie mit dabei sein wollen und für wie lange. Ich handle es dann dementsprechend. So kann ich mit einer Superstar Band unterwegs sein, weil keiner sich für eine Ewigkeit festlegen muss...!

Respekt, Mr. Wayne! Einge durften ihn schon vor zwei Jahren bewundern, als er mit Hank III im sengend heißend Underground sein Publikum fast drei Stunden zu Tode spielte. Die Leute kapitulierten reihenweise vor der Hitze, aber die Band hörte erst auf zu spielen, als auch die letzte Maus triefend nass den Saal verlassen hatte. So was nennt man in der Tat obsessiv – im besten Sinne!

Aktuelles Album: Outlaw Carnie (PeopleLikeYou / EMI)
© 01. Februar 2011  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
Februar 2011

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