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THE BLACK PACIFIC - Auf zu neuen Ufern!

Als Punkrock in So'Cal Ende der 80er deutliche Abnutzerscheinungen zeigte, war es Zeit sein Skateboard zu packen und zu neuen Ufern aufzubrechen: Westcoast Hardcore hieß der Sound der Stunde und kam für alle, denen Skatepunk zu mainstreamig geworden war, eine ganze Ecke lauter und brachialer daher - Bands wie Black Flag und Dead Kennedys hatten längst den Weg bereitet und das Publikum schrie nach mehr: Die Geburtsstunde von Pennywise - die sich wohltuend vom Lauter, Härter, Schneller-Trend unterschieden.

Frontmann war Jim Lindberg, und wenn ich sage 'war', habe ich hier auch gleich eine elegante Brücke geschlagen: Linderberg verließ letztes Jahr nach neun Alben und zwei Jahrzehnten Zusammenarbeit die Band, um sich einem neuen Projekt zu widmen: The Black Pacific!

Wie kam es zu dieser Bandgründung und inwiefern unterscheidet sich die neue Combo von Pennywise?

"Ich habe mit Musik zu tun, seit ich 12 bin, ich habe Songs geschrieben, Punkrock gehört, E- Gitarre gespielt und immer alle möglichen Musikrichtungen um mich gehabt, also passierte Pennywise automatisch: Einfach nur ein paar Jungs aus der gleichen Stadt gründeten eine Band und 'ne Menge Leute mochten sie, aber es ist ziemlich schwer, vier Leute 20 Jahre lang in jedem Aspekt ihrer Zusammenarbeit glücklich zu machen. Früher oder später kommt es nun mal zu Differenzen. Das hieß nie, dass ich aufhören wollte Musik zu machen oder in einer Band zu sein. Ich hatte diesen Freund, den ich schon sehr lange kannte und einen anderen Typen, den ich auf der Vans Warped Tour getroffen habe und die Chemie stimmte einfach, so kam es zu The Black Pacific. Natürlich gibt es Ähnlichkeiten zwischen Pennywise und meiner neuen Band: Ich habe viele Songs für Pennywise geschrieben, das Gleiche tue ich auch jetzt und da ich ja meinen Stil nicht komplett ändern kann und will, sind Parallelen vorhanden. Aber einen großen Wunsch habe ich mir erfüllt: ich spiel jetzt endlich auch Gitarre."

Mittlerweile wissen wir, dass die Geschichten, die sich um Bandnamen ranken oft eher wahllos sind, so a la 'Wir hatten gerade diesen Horrorfilm zusammen geguckt und uns gedacht, das wäre doch mal ein cooler Name' - aber ich gebe die Hoffnung ja nicht auf und werde nicht enttäuscht...

“Ich bin am Strand in Southern California - in Hermosa Beach aufgewachsen und der Pazifik war immer ein großer Teil meines Lebens. Ich sah den Ozean jeden Tag und dieser Anblick birgt viele glückliche Kindheitsmomente: Pacific bedeutet friedvoll und das trifft auch für den größten Teil, aber dennoch lauern in der Tiefe Gefahren, an die wir lieber nicht denken wollen, ähnlich wie die 'Monster der Tiefe' im Meer gibt es in unserem Unterbewusstsein diese Dämonen und diese Furcht, die die Menschen antreibt.”

Der Schock, den der Ausstieg Jim Lindbergs bei den Fans auslöste, war gewaltig, viele machten sich auf, mit einer Träne im Knopfloch das musikalische Ende des des Ex-Pennywise Sängers zu betrauern, umso euphorischer die Reaktionen auf die Bekanntgabe der neuen Band. Live zu bewundern gab es die übrigens noch nicht. Diesen speziellen Moment haben sich Jim und Co für ein ganz besonderes Event aufgespart, der Epicenter Show in Fontana/ Kalifornien, wo sie Seite an Seite mit Kiss und Blink 182 auftreten werden.

"Yeah, die Epicenter Show! Vermutlich werden wir vorher eine Release Party in Hermosa Beach veranstalten, und ein paar kleinere Shows in der gleichen Woche in San Diego und Umgebung spielen. Natürlich würde ich auch gerne auf Tour gehen, sowohl in den USA als auch in Europa. Die Tour in Europa steht schon fest und dann möchte ich auch erst mal wieder zu Hause bei meiner Frau und meinen Kindern sein. Ich muss den zeitlichen Rahmen eben so ausdehnen, dass er sich meinen Prioritäten anpasst, und das ist eben meine Familie.”

Apropos, neben seinem Leben als Punkrocker, Badass, und Familienvater versuchte Jim sich auch als Autor: "Punk Rock Dad" beschreibt den Twist zwischen Bühne und Kindergarten, Rampenlicht und  Schulveranstaltung, von Einem der eben nicht der Norm entspricht. Sehr cool, auch seine Lebens- und Liebestips auf readjunk.com.

Und was sagte die werte Kinderschar zur neuen Scheibe?

“Meine älteste Tochter ist 13 und unsere Kinder stehen eher auf die Musik, auf die Kinder in der Grundschule und Junior High eben stehen, nicht so sehr Punkrock, außer diesem Mainstream wie Green Day und Paramore, aber sie mögen mein neues Album. Meine Frau spielt es oft im Auto und letztens erwischte ich meine Tochter, wie sie ein paar Songs mitsang. Ein glücklicher Moment!:-)”

Aktuelles Album: The Black Pacific (Sideonedummy / Cargo)
© 01. September 2010  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
September 2010

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