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CODEINE - 28.05.2012 Vera Groningen (NL)

 
Wer Codeine sagt, meint zumeist tödliche Langsamkeit, instrumentale Kargheit und eine ausweglose Trostlosigkeit der Texte – die Blaupause für all die sogenannten Slowcore-Bands, die dem legendären US-Trio in den letzten 20 Jahren nacheiferten. All das vermittelten Stephen Immerwahr, John Engle und Chris Brokaw, nach zwei Jahrzehnten für eine kurze Tournee erst-, und wie sie nicht müde werden zu betonen, letztmals wieder vereint, auch in Groningen. Doch da war noch mehr: Codeine zelebrierten bei diesem wunderbar auf die Musik konzentrierten Auftritt einen Sound, der das Publikum einfach umpustete. Denn trotz verhaltenem, oft einem Trauermarsch gleichendem Tempo spielten sie in unerwartet großer Lautstärke bisweilen herrlich brachial mit Licht und Schatten und entfalteten dabei eine beeindruckende Breitwand-Wirkung, die die Platten allenfalls erahnen lassen. Dem niederschmetternden Sound zum Trotz war allerdings auch für Heiterkeit Platz: bei der ausführlichen Begegnung mit der kompletten Band vor oder nach dem Konzert am Merch-Stand ebenso wie auf der Bühne, wo die drei die nach der langen Auszeit unausweichlichen kleinen Abstimmungsschwierigkeiten stets mit einem Lächeln quittierten. Den seit jeher gepflegten behutsam-würdevollen Umgang mit dem Vermächtnis ihrer bahnbrechenden Band setzten die drei Musiker so auch mit dieser Comeback-Tournee bruchlos fort.


Weitere Infos: www.http://heartofthunder.com/codeine
© 01. Juli 2012  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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