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THE RESIDENTS - 26.04. Doornroosje Nijmegen

 
Nijmegen scheint als Warm-Up-Place ein gutes Pflaster für The Residents zu sein. Schon mehrmals starteten sie ihre Europatourneen in der ehemaligen Kaiserstadt, bevor es hinaus ging in die Wirklichkeit. Zum Auftakt der „Talking Lights“-Tour und im kleinen Wohnzimmerensemble mit Couch, Kamin, Teppich, Radio und viel Nippes standen drei der bis heute offiziell unbekannten Musiker auf der kleinen Bühne des Doornroosje. Gitarre, Keyboard, Gesang – spartanischer geht es fast nicht. Doch mit ihrem bekannten Understatement und den theatralischen Fähigkeiten ihres Vormannes stand die mit Songs und Geschichten gespickte Show ihren Mann. Aufgelockert mit kleinen Filmeinspielungen stapfte der gütige Opa von Nebenan im gestreiften Bademantel und entstellender Gesichtsmaske zu einer zerrissenen, zerklüfteten, kantigen Elektromusik durch lange nicht gehörte Songs. Einfache Melodien in kakophonischen Lärmorgien, mit einem Heavy Metal-Ende, versetzten das gut besuchte Konzert in eine intime Familienangelegenheit. „Six More Miles To The Graveyard“, das hatte etwas von Endzeitgedanken, die aus den Menschen im Spiegel der Geschichte („The Mirror People“) eine aussterbende Spezies machte. Im schwarzen Loch sind The Residents nicht verschwunden, doch auch diese Show gab Rätsel auf. Aber ohne Rätsel wären The Residents nicht The Residents. Und Geschichten erzählen, das können sie sowieso exzellent.
Text + Foto: Klaus Hübner
© 01. Juni 2010  WESTZEIT
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