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THE BEAUTIFUL GIRLS - Ästhetischer Wohlklang!

Australische Musiker firmieren oft unter weiblichen Pseudonymen. Weder Wolfmother, noch die Beautiful Girls haben aber weibliche Rundungen. Doch die Instrumentierung ihrer CD-Silberlinge gleicht in seinen Proportionen dem Körper einer Dame, die eingespielten Sounds sind ästhetisch wie ein perfekter Frauenkörper. Die WZ ergründete die (musikalische) Anatomie der (Klang-)Körper!

Die Beautiful Girls überschreiten zeitweise musikalische Grenzen, konnten die geographischen Linien der USA für einige Tourdaten jedoch nicht überwinden. Ohne Angabe von Gründen wurde den Musikern die Einreise verwehrt. Also mußte man das Beste aus der freien Zeit machen. Es entstand das neue Album „Ziggurats“. Sänger/Gitarrist Mat. McHugh eruierte Details.

„In Amerika begannen wir im Jahre 2002 zu touren, verkauften CDs auf den Konzerten. Einen Vertrieb hatten wir dort damals noch nicht, wir schleppten die Alben selbst mit uns herum. Einige Freunde gaben uns Starthilfe.“

Die dritte VÖ „Lern Yourself“ war erstmals in Amerika, Europa (inklusive Deutschland) erhältlich . „Ziggurats“ ist nunmehr der siebte Output (plus US-Compilation „Water“), ohne das die Alben gleich klingen.

„Alle unsere Alben unterscheiden sich im Klang etwas. Das erste Album war in seiner Art sehr akustisch, dass letzte vor `Ziggurats´ lag im Sound irgendwo zwischen den Werken.“

McHugh teilt mit seinen Kollegen Bruce Braybrooke (Drums, Percussion, Gesang) und Ian `Paulie B´ Pritchett (Bass / Gesang) die Vorliebe für Bass´n´Dub-Sounds.

„Dub ist einer meiner favourisierten Musikstile, Reggae ebenso. Diese Stile genieße ich mehr als den Klang einer Gitarre. Daher beginnt ein Großteil unserer Songs mit einem Groove, Bass. Darüber platziere ich gern `lazy´ Gitarren. Viele Gitarrenbands verfahren eher mit ihren Beat-Gitarren-Riffs so. Unsere Titel komponiere ich daheim. Einige Song-Frakmente sind fertig, wenn es in den Übungsraum geht. Dort verfolge ich dann die klare Linie einer genau definierten Idee. Der Dub passiert, der Bass-Sound wird eingübt. Normalerweise starte ich mit einem Bass-Horn. Die Gitarren-Sounds werden dann darüber gelegt.“

Traditionell darf ein Didgeridoo nicht fehlen.

„Es ist das traditionelle Instrument der Aborigines, die damit spielten, lange bevor westliche Musik überhaupt den Einzug in die Zivilisation von Australien hielt. Zudem ist es eines der ältesten Instrumente der Welt. Der Song, auf dem es zu hören ist, thematisiert Australien und seine vielfältigen Elemente. Jeder, der das Gerät hört, weiß sofort, es ist ein australisches Instrument.“

McHugh orientiert sich nicht nur an heimischen Klängen, sondern weltweit. „Bela“ z.B. ist eine Coverversion einer Arbeit des südafrikanischen Sängers Johnny Clegg.

„Den Song spielten wir bereits mit Freunden in Amerika, er wurde bewußt in einer geänderten Version gecovert. Er unterscheidet sich sehr stark vom Original, dass in seiner Art stark in den Achtziger Jahren verwurzelt ist. Synthesizer und Produktion bestätigen das. Es ist ein wundervoller Song, mit wunderschönen Worten. Ich liebe die Botschaft darin, überhaupt alles. Ich bearbeitete das Material so, dass es die Lyrics fokussiert. Clegg war einer der ersten südafrikanischen Musiker, der die Musik der schwarzen afrikanischen Menschen spielte, der damit die Lücke zwischen der `schwarzen´ und `weißen´Musik füllte. Es war die kontroverse Zeit der Appartheid, Clegg verschaffte sich damals großen Respekt in Südafrika!“ Die verbale Rundreise verlagert sich nun nach Europa. „`Spanish Town´ ist ein Song über Nostalgie, Rockbands und über spezielle Plätze oder Personen, die einem zu einer bestimmten Zeit sehr viel bedeuteten. Über eine sehr spezielle Zeit, über eine Minute, die man eigentlich gerne sein gesamtes Leben leben möchte. Weil es eine sehr schöne Zeit war! Diese Zeit trägt man unendlich in seiner Erinnerung, und man wünscht sich, eines Tages zurückkehren zu können, und alles wird wieder so, wie es einmal war!“ (Danke, Claudia, für 20 wundervolle Jahre - pers. Anm. d. Verf.)

Im Booklet zum Album ist „Spanish Town“ fälschlicherweise als zweite Fremdkomposition deklariert - die Credits für Track 4 und 5 wurden verwechselt.

„Der gecoverte Titel ist `Bring Me Your Cup´ und stammt von der englischen Band UB 40“, erläutert McHugh den Sachverhalt.

„All ihre großen Hits waren ebenfalls Coversongs. Es wissen scheinbar nicht viele Leute, dass auch `Red Red Wine´ von UB 40 lediglich gecovert wurde. Sie schrieben natürlich zusätzlich eigene, fantastische Songs, zu denen eben `Bring Me...´ dazugehört. Diesen Titel habe ich aus den gleichen Gründen ins Repertoire genommen, wie jenen von Johnny Clegg. Diese Lieder sind es einfach wert, von den Leuten gehört zu werden!“

UB 40 zelebrierten eine Art `weißen´ Reggae, so ist es keine Überraschung, dass die Beautiful Girls ihre eigene Musik ebenso umschreiben lassen.

„Wir mögen Reggae, aber ich möchte nicht den Eindruck erwecken, aus Jamaica zu sein. Mein Sound ist anders, er möchte nicht direkt wie jamaikanischer oder afrikanischer Reggae klingen, weil ich aus Australien komme!“

Eine endlose Diskussion über die o.g. Stilrichtung folgt. Musiker und Autor finden schnell einen Konsens, als über Bands wie The Clash (McHugh:„`Bankrobber´ wurde von einem meiner Lieblingsmusiker, Joe Strummer, komponiert.“), The Beat sowie über Punk- und Dancehallmusic gesprochen wird. „Ich liebe diesen Sound!“ schwärmt der Musiker. Wir auch!

Aktuelles Album: Ziggurats (Crown Recordings)
Weitere Infos: Ralf G. Poppe
© 02. November 2007  WESTZEIT ||| Text: www.thebeautifulgirls.com
November 2007

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