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M. WALKING ON THE WATER - Ganz wie früher

In den 80er Jahren war die Welt noch in Ordnung. Viele werden sagen, weil es damals noch kein Internet und keine PCs gab. Doch es brodelte im Untergrund: Kleine, feine Labels experimentierten mit kleinen, feinen Bands bis dann auf ein Mal eine Indie-Szene aus dem Boden spross, die schon zu dieser Zeit an den Grundfesten der Musikindustrie rüttelte. M. Walking On The Water gehörten zu Speerspitze dieser Bewegung.

Die Krefelder waren sogar so erfolgreich, dass sie Anfang der 90er mit einem Major-Vertrag reüssieren konnten, was dann ca. 10 Jahre lang auch gut ging, bis man sich Ende der 90er zunächst mal zerstreute. Die Bandmitglieder – Markus Maria Jansen, Mike Pelzer oder Drummer Martell Beigang sind seither mit eigenen Projekten erfolgreich. Warum machte man sich eigentlich die Mühe, zu einer zehnten Scheibe wieder zusammenzukommen?

„Unsere Lichtfrau Sigi ( Inzwischen Wirtin unserer Stammkneipe"Blauer Engel" in Krefeld) hat uns zum 25 Jährigen Engel-Jubiläum alle zusammengetrommelt“, erklärt Markus, „so haben wir ohne Probe nen wunderbaren Gig gespielt und Blut geleckt und die nächsten 2 Jahre kurze Touren gemacht. Das hat dann mehr Leute interessiert als gedacht. Spass und Ideen gehabt, Platte gemacht, fertig!“

Was hat sich gegenüber früher geändert und was ist gleich geblieben?

„Wir sehen jetzt besser aus und haben uns sonst wider Erwarten kaum verändert“, führt Markus aus, „wir dachten zwar, wir wären etwas weiser geworden – aber das könnte ein Trugschluss sein. Aber wir lieben uns. Die Produktionsweise hat sich aus logistischen Gründen etwas in die Länge gezogen, aber war dann doch gleichzeitig sehr spontan.“

Was hat am meisten Spaß gemacht, was war die größte Herausforderung?

„Die Songs zu schreiben, war der größte Spaß“, meint Markus, „mit einem Hauch von nostalgischem Feeling, was dann sehr schnell einer gesunden Euphorie gewichen ist.Was auch Spaß machte, war mit den Jungs Kaffee einfach zu trinken, verrückte Clips zu drehen, von Sigi im Blauen Engel mit Rouladen bekocht zu werden und Live zu spielen.Das war auch die Herausforderung: Die ersten Songs nämlich wirklich live geil zu spielen, den ganzen Kram im Kopf zu behalten und gegen die leichten Anflüge von Alzheimer zu kämpfen.“

Das neue Album heißt: „Flowers For The Departed. Was hat es mit den lieben Verstorbenen auf sich? Woher kommt diese Anspielung? Die Musik selbst ist ja nicht gerade traurig.

„Aber alles ist doch melancholisch“, widerspricht Markus, „und die Erfahrungen der Endlichkeit werden durch näher kommende Einschläge ja nicht gerade weniger. Wir grüßen aber die physisch abwesenden guten Leute!“

Gab es einen roten Faden inhaltlicher Natur? Es scheint eine gewisse Präferenz in Sachen Seefahrt zu geben.

„Der Pelzer ist in seinem neuen Leben Segler, Eigner und Bootsbauer in Flensburg“, erklärt Markus, “Mike und ich haben schon einige Segeltörns hinter uns und parallel zur Musik haben wir das letzten Sommer vorm Endmix in Hamburg auch wiederaufgenommen und sind durch die dänische Süd- und Ostsee geschippert. Aber das war auch immer schon hier und da thematisiert - ohne Konzept zu sein. Die See bietet natürlich immer wieder schöne Metaphern über menschliche Abgründe und Leidenschaften.“

Die M.s gehen jetzt natürlich auch wieder „ernsthaft“ auf Tour. Was dürfen wir denn da erwarten?

„Viele neue und alte Songs und Wackellampen“, meint Markus kurz angebunden, „das Andere wird sich dann geben....“

Unnötig darauf hinzuweisen, dass gerade dieses „Andere“ den Reiz der Sache ausmachen wird ...

Aktuelles Album: Flowers For The Departed (Fuego)
© 01. März 2011  WESTZEIT ||| Text: Ullrich Maurer ||| Foto: Stefanie Abts
März 2011

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