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DEVOTCHKA - Culture Clash

De Votchka hört sich irgendwie nach...Schnaps an - oder nach einem besonders fiesen Cocktail, der Einen straight unter den Tisch haut. Jedenfalls asoziiert man mit diesem Namen keinesfalls Denver/Colorado. Hell, No!!! Um das Rätsel zu entwirren: DeVotchka sind vier Amerikaner, die alles fusionieren, was der europäische Kontinent in Jahrhunderte alten Traditionen zu Tage gefördert hat: Bolero, Gypsy, griechische Einflüsse und diese Prise Verheißung, die aus einer Ära übrig geblieben ist, als man noch die Zeit fand, Mythen und Märchen nachzuhängen.

DeVotchka wecken Erinnerungen und überbrücken Generationen ohne triefend nostalgisch rüberzukommen. Das Geheimnis ihres Erfolges?

„Wenn Leute uns das erste Mal hören, dann fühlen sie sich ganz oft an Ihre Kindheit erinnert, in der die Großväter Akkordeon und Violine spielten. Der Punkt geht an uns, weil man uns dadurch gleich viel offener gegenübertritt. Unsere Musik ist natürlich gewöhnungsbedürftig und andersartig, darum ist es gut, dass wir es schaffen, Menschen zu berühren. Als ich anfing Musik zu machen, wollte ich einen Culture Clash, mich nicht selbst restringieren, also habe ich alles gespielt was ich selbst gut fand. und was die fremden Einflüsse angeht: Meine Großeltern sind Italiener, sehr italienisch und so bin ich schon früh mit einer anderen Kultur in Kontakt gekommen.“

Spätestens seit ‚Little Miss Sunshine‘ ist es vorbei mit dem Underground-Dasein. Irgendwo zwischen Idaho und Wyoming erfuhren sie, dass sie für einen Grammy nominiert worden waren. Ihre Reaktion?

„Wir waren total geschockt!!“

Dabei sollte man doch meinen, dass sie nichts mehr umhauen kann, hatten sie doch schon die Chance das zu tun, was den meisten männlichen Erdbewohnern das Wasser im Mund zusammentreibt, nämlich als Backing Band mit Dita von Teese auf Tour zu gehen. Aber auch das scheint Sänger Nick nicht sonderlich zu beeindrucken, wie so gar nichts was den schönen Schein betrifft.

„Wir hatten ein paar Gigs mit Dita in Denver und irgendwann stellte sie eine Variete-Show zusammen und brauchte eine Art Orchester. Sie wählte uns und so waren wir kreuz und quer durch die USA und Kanada unterwegs mit ihrer Burlesque-Show. Sie war wirklich sehr süß!“

?!??

Wenn der Name DeVotchka fällt, werden stets Vergleiche mit Gogol Bordello laut und natürlich mit Beirut, der mit „Gulag Orchestra“ zum erklärten Liebling des New Yorker Undergrounds avancierte. Gar nicht schlecht, Herr Specht!

„Wir lieben Gogol Bordello. Wir sind schon seit Jahren gute Freunde und waren auch schon zusammen auf Tour. Und das was wir bisher von Beirut gehört haben, fanden wir sehr beeindruckend.“

Multiinstrumentalist ist jeder in dieser Band, aber als besonders anbetungswürdig fällt Jeanie Schroder am Upright Bass ins Auge. Nicht gerade ein Instrument, an dem Mädchen oft zu finden sind.

„Ohh, yeah, Jeanie ist sehr cool. Sie war die Freundin eines Freundes und ich wollte sie unbedingt in meiner Band haben - Sie arbeitete damals in einem Plattenladen und ich habe sie schon fast gestalkt. Sie dachte vermutlich, dass ich total durchgeknallt bin. Irgendwie bewegte ich sie dazu, sich unser erstes Album anzuhören und seidem ist sie in der Band. Viel großartiger als die Tatsache, dass sie so eine gute Bassistin ist, finde ich, dass sie mittlerweile angefangen hat Tuba zu spielen. Ich meine, so ein Ding wiegt achtzig Pfund!!

Alles in Allem denke ich, dass sie eine Inspiration für andere Frauen ist: Eine begnadete Musikerin, immer auf Tour mit diesen drei Jungs - ohne Angst... Hehehe!“

Und die erste selbstgekaufte Platte?

„ Der Soundtrack von Dr. No!! Ein tolles Album, ich habe es heute noch. Ich war damals ganz hin und weg davon, vor allem von diesem verrückten Calypso Zeug, was darauf zu finden war.

Sehr inspirierend!“

Und das erste Konzert?

„Jeeez, das war ZZ Top!! Es war, glaub´ ich, nicht wirklich gut, aber ich war noch total jung und fand es zumindest sehr beeindruckend.“

Manche Dinge kann man einfach nicht beschreiben: Nick und seine Combo stehen gerade in den Starlöchern für eine ausgedehnte Europa-Tournee. Also runter von der Couch und selber gucken!!

Aktuelles Album: A Mad & Faithful Telling (Anti / SPV)
© 01. April 2008  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
April 2008

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