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GIANT SAND - 06.02.

 
Doornroosje Nijmegen
Als die Vorgruppe The Desoto Caucus sich als Begleitband von Howie Gelb heraus stellte, war wieder einmal klar, wer eigentlich die seit fünfundzwanzig Jahren existierende alternative Countrygruppe Giant Sand darstellt. Natürlich ist es Sänger, Gitarrist und Pianist Howie Gelb, einzige feststehende Größe im oft wechselnden Line-up. Im Doornroosje war auch die Antwort auf die Frage von Interesse, ob Howie Gelb der Stimmenimitator von Kurt Wagner (Lambchop) ist. Ist er nicht, doch hin und wieder erinnert sein Tremolo sehr stark an Wagners gesäuselte und gekräuselte Gesangspartien. Das Säuseln übernahm beim Giant Sand-Konzert jemand anderes. Die junge Dame heißt Lonna Kelley, spielt irgendwie Akustikgitarre und singt irgendwie mit Kleinmädchenstimme und total verschüchtert von irgendwas. Gelbs rotzig-frecher Hillbilly-Sound ging zum Glück ganz anders zur Sache, nämlich mit einer Prise Rodeohickhack und gewitterverdächtigen Krachszenarien. Die Zuhörer im proppevollen Doornroosje kamen jedenfalls bei dieser Art von Kaputtmachercountrypunkmusik auf ihre Kosten. Wer keine Fragen hat, der kann auch keine Antworten formulieren. Howie Gelb konnte, und die Frage war: Spielt Country-Rock auch im 21. Jahrhundert noch mit vorformulierten Standards und abgeblätterter Südstaatenromantik? Nein, eigentlich nicht mehr. Denn der Sound geht noch weiter zurück, bis zum Horizont in Gelbs Heimat. Denn dort, wo der Himmel auch die Arizona-Erde berührt, ist die Musik von Giant Sand von erstaunlicher Jugendlichkeit und Kraft.
© 01. März 2009  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
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