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PHILIPP WINKLER - Hool

 
Aufbau Verlag Berlin, 311 S., 19,95 EUR
Wenn der Verlag nur digitale Leseexemplare hat, geht der interessierte, aber Kindle-lose Rezensent eben zur Kiezbuchhandlung und kauft dort etwas zum Anfassen und Umblättern. So geschehen mit dem schon vor dem Buchpreis-shortlist-Platz viel diskutierten Erstling des in Hannover geborenen Wahlleipzigers. Die Herkunft erklärt vielleicht, warum der Protagonist dieses Buchs "96"-Fan ist, aus dem Wohnsitz die stilistische Verwandschaft zu Clemens Meyer abzuleiten, hielte ich aber für zu gewagt. Held Heiko jedenfalls ist nicht Ultra, sondern Hool. Entscheidend ist nicht "aufm Platz", sondern das, was vor- oder hinterher klandestin auf freiem Feld stattfindet: der archaische Kampf Mann gegen Mann, Horde gegen Horde, Stamm gegen Stamm. "Hool" urteilt nicht, es gelingt Winkler sogar, das ungesunde Vergnügen so faszinierend zu beschreiben, dass man selbst nicht verstehen mag, wieso die besten Mitkämpfer aus familiären (meine Freundin will das nicht) oder gesundheitlichen (ich wäre beinahe blind geworden) Gründen aussteigen wollen. Zwischen Kleinkriminalität und Organisiertem Verbrechen, zwischen gescheiterter Junkie-Liebe und Männerfreundschaft, zwischen illegalen Hundekämpfen und Kneipenromantik - stilistisch gelungener, kompromissloser Literatur-Realismus, wie man ihn sich wünscht.

Weitere Infos: www.aufbau-verlag.de/index.php/hool.html
© 01. Dezember 2016  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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