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ISADORA DUNCAN - I've only danced my life

 
Parthas Verlag Berlin, 336 S., 19,90 EUR
Begründerin des Ausdruckstanzes, Prä-Feministin, Antiken-vernarrte Kunstphilosophin, nymphomane Tunikaträgerin, selbstbewusste politische Individualistin - es gibt viele Klischees, die dieser Frau anhängen. Nach der Lektüre ihrer interessanten Autobiografie ist aber festzustellen, dass nicht eines davon komplett unberechtigt ist. Die 1877 in San Francisco in eine arme, aber musikalische Einwandererfamilie geborene Duncan lebte schon vor 100 Jahren so, wie es sich viele heute noch nicht wagen: wild, verschwenderisch, kreativ und stets auf der Suche nach Liebe. Immer auf Reisen, allerorts umgeben von Künstlern und Gönnern, empfing die lebenslang unverheiratet gebliebene doch von 3 verschiedenen Männern Kinder. Dass sie jedes davon begraben musste, legte einen schweren Schatten auf ihr Sein. Alkohol war nur ein schwacher Trost, sie wird zu Prinzessin Borderline. Das Buch schrieb Duncan 1927 kurz vor ihrem spektakulären Unfalltod aus purer Geldnot, wissend, dass Schreiben nicht ihr Fach ist. Trotz eingeschränkter Glaubhaftigkeit im Detail beeindruckt der in vielen Passagen zu Tage tretende unbedingte Wille zur Kunst genauso, wie die gegen Ende etwas willkürlich eingestreuten statements zu Krieg, Vegetarismus, Frauenrechten, der Banalität des frühen Jazz (hier widersprechen wir energisch) und Kommunismus schon sehr.

Weitere Infos: www.parthasverlag.de/buch/ive-only-danced-my-life-223.html
© 01. Dezember 2016  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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