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Michael Kunze – Halkyonische Tage - Kunsthalle Düsseldorf

Vertrauensbildende Maßnahmen – in die Kunst – sehen anders aus als der in München geborene Maler Michael Kunze (* 1962) sie in einigen seiner Werke dem Betrachter präsentiert. Seine Malerei reflektiert Literatur, Philosophie, Kunst und Architektur und spürt einer „Schattenlinie“ der Moderne nach, die von Paul Cezanne und den sich anschließenden Entwicklungen wegführt und anstelle der „amtlich“ dekretierten Moderne den Spuren von Arnold Böckling und Giorgio de Chirico und verschiedenen Arten des Surrealismus folgt.

(l.) Atelier/Arbeitsplatz 3, 2010, Öl auf Leinwand, 200 x 165 cm, Courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin, Photo: Jochen Littkemann, Berlin

(r.) Nach Tsalal VII, 2010, Öl auf Leinwand, 150 x 120 cm, Courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin, Photo: Jochen Littkemann, Berlin



„Halkyonisch“ - das sind ist ein Zeitraum von sieben Tagen im Dezember, an denen das Meer in vollkommener Ruhe schweigt. Dieses Wort benutzte Friedrich Nietzsche häufig dieses Wort, wenn er einen seelisch vollkommenen Zustand beschrieb. Der im Griechischen „Halkyon“ benannte Eisvogel findet zur Brutzeit südlich der Alpen zur Wintersonnenwende eine besonders kalte, klare und windstille Lage vor. In diesem wie in einem Nord-Süd-Gefälle erscheinenden Motiv setzt Michael Kunze seine surreal anmutenden, utopischen Landschaften und architektonischen Gebilde als Nebenlinie der Moderne in Szene.



In der Ausstellung sind Arbeiten von Michael Kunze aus den letzten zwanzig Jahren zu sehen, die sich wie ein roter Faden aus Arnold Böcklins „Toteninsel“ über die Filmarbeiten eines Lars von Trier bis hin zu futuristisch-weltuntergangsdurchdrungener Architekturszenerie winden. Außergewöhnliche architektonische Kompositionen beherrschen viele Werke, die eine Baukunst mit modernen und prämodernen Gebäuden darstellen („Schwarzorange II“). Kunze, der an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte und jetzt in Berlin lebt, bekam seit dem viele Einzel- und beteiligte sich an zahlreichen Gruppenausstellungen.



Die Ausstellung „Les Messieurs d'Avignon“, die 2007 im ZKM Karlsruhe zu sehen war, beschäftigte sich mit der Ahnenforschung einer angeblich gegen die Moderne gerichteten Antibewegung. Kunze deutete historische Zusammenhänge und Situationen mit den Mitteln der Malerei um (etwa das Interview im „ Der Spiegel“ zwischen Martin Heidegger und Rudolf Augstein) und präsentierte Standbilder aus europäischen Filmen aus den 60er und 70er Jahren von Paolo Pasolini, Werner Herzog oder Luis Bunuel.
06.04. - 30.06.2013
Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 8996243
E-Mail: mail@kunsthalle-duesseldorf.de
Geöffnet: di – so, Feiertage 11 – 18 Uhr
Eintritt: 5,50/3,50 Euro
Weitere Infos: www.kunsthalle-duesseldorf.de
© 01. April 2013  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
Kunst

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