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Vibrierende Bilder lärmende Skulpturen 1958-63 - Hommage an Paul Wember - Museum Haus Esters Krefeld

Kämpfer für die moderne Kunst. Punkt. Ein Museumsdirektor und Sammler, der auf der Seite der Avantgarde und ihre Ablehnung der in den fünfziger Jahren noch dominierenden informellen Malerei steht, ein etablierter Museumsdirektor, der sich zunehmend für die zeitgenössische Kunst interessiert und sie in seine Häuser holt. Paul Wember (1913-1987) war von 1947 bis 1975 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Museums in Krefeld und übernahm 1955 zusätzlich des Leitung von Haus Lange als zusätzlichem Ausstellungsort. Die Ausstellung dokumentiert einen fünfjährigen Zeitraum, in dem Wember mit kinetischer Kunst einen neuen Sammlungsbereich etablierte.

Oben: Yaacov Agam (*1928), Tableau tactile. Rouge sensible, 1963, Holz, Blechplättchen, Farbe, 36 x 44 x 9,5 cm (Tastbild), Foto: Volker Döhne, Kunstmuseen Krefeld

Unten: Ausstellung Mack - Piene - Uecker, Museum Haus Lange, Krefeld, 1963, Installationsansicht, Foto: Reiner Ruthenbeck

Ohne Paul Wembers beherztes und engagiertes Zutun wäre Krefeld heute nicht im Besitz bedeutender Werke der Kinetik, die auch fünfzig Jahre nach ihrer Präsentation im Kunstmuseum Krefeld nichts an Faszination verloren haben. 1958 kauft Wember das Gemälde ´Vibration´ von Heinz Mack. Das Rheinland bewegte sich damals auffallend offen für die Kunst der Bewegung. Die der Künstlergruppe ZERO angehörenden Otto Piene, Günther Uecker und Mack präsentiert Paul Wember 1963 im Museum Haus Lange, obwohl er während dieser Jahre vorwärtsstrebende Künstler aus Frankreich noch mehr im Blickwinkel hatte. Jean Tinguely und seine Knatter-, Ratter- und Stampfmaschinen überlagerten bereits 1960 die Räume im Haus Lange mit ohrenbetäubendem Lärm, die ironisch-spielerischen Apparaturen verblüffen das Publikum. Die auf Initiative von Daniel Spoerri umgesetzte Edition der Multiples – eine recht junge Präsentationsform von Kunst - mit Werken von Dieter Roth, Tinguely, Victor Vasarely u.a. wird ebenfalls 1960 komplett im Kaiser Wilhelm Museum gezeigt. Die damals ausgestellten Objekte bilden bis heute den Kern der kinetischen Sammlung im Krefelder Kunstmuseum.
Paul Wember ergänzt in den Jahren ab 1960 sukzessive die Sammlung der von ihm so genannten Bewegungsapparate. Das ´Tast- und Tonbild´ von Yaakov Agam, die rotierende Arbeit ´Lichtintegration´ von Günter Uecker, das ´Gummibandbild´ von Dieter Roth und das ´Optophonium´ von Hermann Goepfert - ein Gesamtkunstwerk aus Holz, Metall, Farbe, Leuchtmittel und Ton – gehören dank der Anschaffungspolitik von Paul Wember zu den herausragenden Kunstobjekten der Krefelder Sammlung.
Aus Anlass der einhundertsten Wiederkehr seines Geburtstages am 25.07.2013 erscheint in diesem Monat eine Publikation zu Leben und Werk Paul Wembers, der 1986 zum Ehrenbürger der Stadt Krefeld ernannt wurde und auf dem Friedhof Traar ein Ehrengrab erhielt.

(-07.04.2013)
Museum Haus Esters und Haus Lange, Wilhelmshofallee 91-97
Tel.: 02151-97558 0, mail: kunstmuseen@krefeld.de
Di-So 11-17 Uhr, Eintritt: 4,80/2,50 Euro
Weitere Infos: www.kunstmuseenkrefeld.de
Weitere Infos: www.kunstmuseenkrefeld.de
© 01. Februar 2013  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
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