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TONI KATER - Auf großer Reise

Was für ein Traumteam sich da für Toni Kater’s erstes Album zusammenfand! Mit Tommy Eckart und Inga Humpe alias 2raumwohnung wurde der erst Schritt in das neue Leben von Annett Ecklebe gemacht. Annett ist Toni Kater und nun mit "Futter" auf dem Weg in ein neues Abenteuer. Freier, selbständiger und am Ende gar noch besser?

"Das erste Album war erfolgreicher, als ich dachte", gibt Toni zu. "Ich habe viel live gespielt und auch ohne Charteinstieg relativ viele Menschen erreicht. Das ist eine gute Basis zum Einstieg. Man kennt mich inzwischen." Und das ist wahrlich nicht die schlechteste Ausgangslage für das zweite Album. Auf dem Weg dorthin gab es glücklicherweise auch keinen zu hohen Druck. "Lediglich zeitlich war der Plan recht eng, das war mitunter etwas stressig, aber sonst ging es. Wenn ich Musik mache, denke ich erstmal an nichts, sondern lege einfach los. Mir war klar, dass ich mit dieser Platte ein Statement abliefere, dass ich zeige, welchen Weg ich musikalisch gehe. Beim Debüt war dahingehend noch mehr möglich, das zweite Album wird da noch wichtiger wahrgenommen." Wird das zweite Album dabei auch persönlicher? "Auch mein Debüt war persönlich, da tut sich zur neuen Platte nicht viel." Was ich allerdings getan hat – und das war eigentlich ein logischer Schritt – ist, dass Tonis Live-Band ihr auch im Studio mit Rat und Tat zur Seite stand. "Ganz am Anfang hatte ich noch gar keine Band, die hat sich erst nach den Aufnahmen zum Debüt gefunden. Nun klingen die neuen Songs abwechslungsreicher. Es gibt zum Beispiel elektronische Stücke, die ziemlich lebendig klingen – eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte." Im Rückblick war auch die Fehleranzahl beim Debüt aus der heutigen Sicht eher gering. "Sicher gibt es da Texte, sie schon extrem naiv waren, aber diese waren auch zum Zeitpunkt, als ich sie geschrieben habe, absolut ehrlich. Also bin ich damit auch zufrieden. Und ich freue mich auch, dass das neue Album anders geworden ist. Es wäre auch für mich langweilig geworden, genauso weiterzumachen, wie ich angefangen habe." Die Zeit war also reif für Experimente. "Ich probiere in letzter Zeit generell viel mehr aus und habe mich jetzt auch an Sachen gewagt, die am Anfang undenkbar waren. Ausserdem hat mich das Live-Spielen sehr geprägt." Und auch das neue "Futter" wartet nur darauf, vom Publikum verschlungen zu werden. Worum geht es beim Titel genau? "Im Lied "Futter" geht es darum, dass ich alle bekomme, was ich will und ich darüber nachdenke, wie ich an Futter komme, das ist aus dem Tierreich entlehnt. Allerdings ist das auch ein sehr menschliches Vorgehen." Laut Toni geht es beim Rest der Texte eher um Reisen, unterwegs sein und nicht nach Hause kommen. Das ist natürlich ein Tatsachenbericht, weil im letzten Jahr viel live gespielt wurde. "Eigentlich ist es ein schönes Gefühl, nicht zu Hause zu sein, zumindest begrenzt." Eine signifikante Textzeile im Song "Gut" besagt, dass es nicht immer gut ist, gut zu sein. Was hat es damit auf sich? "Als ich das schrieb, habe ich gerade begeistert Musik gemacht, bin dann in die Küche und wollte was essen. Und dann dachte ich: verdammt, was ich jetzt gerade gut finde, finde ich morgen bestimmt wieder scheisse. Ich habe auch kein Problem damit, traurige Lieder zu schreiben und stehe auch eher auf Moll, als auf Dur. Irgendwie steht mir das auch besser. Ich bin halt ein melancholischer Typ." Und dennoch kein Kind von Traurigkeit, um diesen Ausdruck zu bemühen. Sagen wir einfach: Toni Kater ist wieder unterwegs. Wo es diesmal hingeht, sehen wir dann beim nächsten Mal.



Aktuelles Album: Futter (it-sounds/BMG)
© 01. September 2005  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
September 2005

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