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PINBACK - Unsinn im Sinn

Sie lassen sich nicht viel sagen von der Welt da draußen. Weder dass man ihre Songinhalte kapieren sollte, noch wie viele Bands für einen Musiker gerade so gesund sind. Eine manchmal seltsame, aber zum Glück auch sehr produktive Ader macht die Pinback-Köpfe Rob Crow und Zach Smith interessant für Freunde jeden Genres, denn diese Band ist universal einsetzbar dank ihrer vielen und gleichzeitig nicht vorhandenen Einflüsse.

Tatsächlich ist es so, dass Zach die meiste Zeit seines Lebens an seinem Piano oder PC sitzt um zu komponieren. Nach eigenen Angaben bleibt da noch nicht einmal Zeit, sich um musikalische Ergüsse anderer Bands zu kümmern, geschweige denn CDs zu kaufen. Natürlich lässt es sich kaum vermeiden, dass man auf Tour mit dieser oder jener Band in Kontakt kommt, sei es als Konserve oder live. „Ich schätze natürlich auch das, was andere Musiker tun und höre oftmals Songs, die mir gefallen. Aber im Endeffekt stehen eine neue Platte, die wir aufnehmen oder Songs, die ich schreibe, im Vordergrund.“ Den Fan wird es freuen, denn auch die zahlreichen weiteren Bands der Jungs wie Three Mile Pilot, Systems Officer (Zach), Optiganally Yours, Thingy oder Heavy Vegetable (Rob) werden bei so viel Eifer mit reichlich Songmaterial versorgt. Da haben sich doch zwei gefunden, süchtig nach Musik und immer irgendwie quer denkend. Also versucht gar nicht erst dem Albumtitel weitreichende Bedeutung abzugewinnen. „Man muss dafür nicht ins Lexikon schauen, wir fanden einfach, dass der Titel “Summer in Abaddon“ gut klingt. Auf der einen Seite ist jeder unserer Songs eine Reise durch Abaddon, aber man muss dahinter nicht einen düsteren Ort des Verderbens vermuten.“ Vielleicht sorgen ja auch gerade die zehn neuen Songs dort für einen Sommer, wie er früher einmal war. Als ähnlich nebensächlich wie den Titel beschreibt die Band ihre Texte, was angesichts der hohen musikalischen Qualität sicherlich verwundert. „Rob schreibt eben seine Texte und ich schreibe meine. So wirklich verstehen, was der andere eigentlich sagen will, tun weder Rob noch ich, also müssen es auch die Leute nicht. In der Musik muss nicht immer eine besondere Botschaft stecken, der Song ist manchmal die Botschaft.“ Insofern haben Pinback ja dann doch eine Menge zu sagen, denn hinter ihren Songs steckt immer eine Menge sowohl elektronische als auch handgemachte Tüftelei, die die zwei in Kleinstarbeit ausfeilen. Diese Liebe zum Detail führt dazu, dass auch bei ihren Auftritten Perfektion an erster Stelle steht. Auf einem Festival im Sommer kam es gar zu einer Auseinandersetzung mit einem Zuschauer, der während eines Songs die Bühne enterte, um Robs Mikro zu greifen. Nach mehrmaliger Aufforderung, damit aufzuhören, musste Rob ihn von der Bühne stoßen. „Das Festival mit lauter Hardcore-Bands war für mich ohnehin sehr strange. Doch wenn du so viele Kilometer fährst und dich auf deinen Auftritt freust, möchtest du dir nicht alles kaputt machen lassen, Ich mache Musik in erster Linie für mich selbst, aber es treibt einen natürlich auch an und bestätigt dich, wenn sich auch andere Leute dafür interessieren.“ Das tun sie in der Tat, und es bleibt zu wünschen, dass dies noch eine Weile anhält, damit den Jungs der positive Input nicht ausgeht.
Aktuelles Album: Summer In Abaddon (Touch & Go/Cargo)
Weitere Infos: www.pinback.com
© 01. Dezember 2004  WESTZEIT ||| Text: Sven Trappen
Dezember 2004

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