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BOPPIN´B - Rock´n´Roll auf der Überholspur

Die Rock’n’Roll-Truppe Boppin’ B um das Gründungsmitglied, Gitarrist und Sänger Golo Sturm tragen die Kunde dieser äußerst lebendigen Musik seit mehr als 25 Jahre hinaus in die Lande. Zur damaligen Zeit hatten weder Sasha aka Dick Brave (mit dem sie übrigens später zusammenarbeiten sollten), noch The Baseballs ein entsprechendes Liedchen auf den Lippen. Mit ´Monkey Business´ haben sie eine neue, spannende Platte vorgelegt.

Zehn Gitarrenstunden

Als Boppin’ B 1985 aus der Taufe gehoben wird, da ist Elvis Presley -der König des Rock’n’Roll- längst tot. Dennoch scheint es eine gute Zeit für die Gründung einer Kapelle gewesen zu sein, die sich nichts anderem verschreibt, als dem Rock’n’Roll.

„Damals waren es Brian Setzer und seine Stray Cats, die mir den Apfel der Rock’n’Roll-Verführung gereicht haben“, erinnert sich Golo Sturm, „als die Band 1983 auf der Loreley spielte, da gab es für mich kein Halten mehr. So viel Energie und so viel Emotion sind vorher noch nie von einer Bühne herunter geprasselt.“

Von der heutigen Brillanz seines Gitarrenspiels war Golo Sturm weit entfernt.

„Ich hatte damals gerade mal zehn Gitarrenstunden hinter mir und sehr viel mehr wurden es dann auch nicht“, lacht Golo Sturm, „und sich mit Brian Setzer zu messen war an diesem Punkt nicht so einfach. Es war mehr, als nur eine kleine Herausforderung. Aber es musste einfach sein.“

Auch die restlichen Mitglieder übten noch fleißig. Und doch haben Boppin’ B von Beginn an nicht nur Coverversionen gespielt. Bereits vor ihrem ersten Konzert, das sie noch als Schülerband spielten, wird zum Kompositionsstift gegriffen, um dann Eigenes zu Gehör zu bringen.



Nicht nur Rock’n’Roll-Klassiker

Und Boppin’ B-Coverversionen haben es in sich; denn einfach nur nachspielen ist nicht.

„Warum auch, das Originalstück, das wir aufgreifen wollen, gibt es ja schon. Und einfach nur nachspielen war damals nicht unser Ding und ist es heute noch weniger“, stellt Golo Sturm klar, „entweder toppen wir die Originalnummer durch unser Spiel oder aber wir gewinnen dem Stück komplett andere Nuancen ab und kitzeln dabei einen ganz neuen Reiz raus.“

Doch wenden sich Boppin’ B nicht nur Rock’n’Roll-Klassikern –etwa von Chuck Berry oder Bill Haley- zu, sie covern auf dem aktuellen Album rotzfrech ´Monkey Business´ auch Depeche Mode’s ´Enjoy The Silence´ genau so, wie Adele’s ´Rolling In The Deep.´ Das geht? Und vor allem, das klingt?

„Steckt nicht in jedem guten Stück eine Rock’n’Roll-Wurzel?“, fragt Golo Sturm eher rhetorisch, „nach der graben wir und formulieren sie aus.“

Und das Ganze funktioniert so gut, dass Boppin’ B bis heute auf mehr als 5.000 Konzerte zurückblicken können. Sie spielen immer noch 220 Konzerte im Jahr, dafür muss manch andere hippe und angesagte Band lange stricken.

„Wir leben prima davon“, lässt Golo Sturm verlauten, “Vom Clubkonzert bis hin zur großen Gala. Die Party starten wir überall. Und unser Rock’n’Roll ist nicht nur hart und wild, er kennt auch die leisen Seiten. Und so ist er, wie das Leben.“



Riesenschritt in die Hitparade

Da könnte man glatt auf die Idee kommen, Boppin’ B sind eine wunderbare Liveband (was sie ja unbestritten sind). Und nur das. Falsch geraten, sie haben bisher 11 Alben veröffentlicht. Jedes davon ist ein Riesenschritt dahin, die brachiale Livekraft auf Platte zu konservieren. Diese Anstrengung beschert ihnen dann auch Präsenz in den Hitparaden. Wer nun der aktuellen CD lauscht, der schnalzt nach wenigen Takten mit der Zunge; denn da muss die von den Konzerten bekannte Energie nicht erst aufgebaut werden, sie ist vom Star weg da. Golo Sturm lacht: „Vielleicht haben wir uns auch bisher nicht wirklich getraut, die Energie ins Studio zu tragen. Wir haben im Studio die für uns so wichtige Optik der Live-Konzerte zu sehr im Hirn gehabt und gedacht, ohne diese geht es nicht. Diese seltsame Scheu haben wir bei ‚Monkey Business’ endgültig abgelegt. Und verdammt noch mal, es geht!“

Aktuelles Album: Monkey Business (Nothing To Lo Lose Recs/Broken Silence)
© 01. November 2012  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer
November 2012

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