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BAD NENNDORF BOYS - Die Lakonie des Alltäglichen

Die Bad Nenndorf Boys sind sieben an der Zahl und machen Skapunk. Na, klingelts? Hmm, da scheint irgendetwas mit Eurer musikalischen Früherziehung nicht hingehauen zu haben. Ich werde Euch mal auf die Sprünge helfen: Die Frage nach dem Bandnamen lassen wir aus augenscheinlichen Gründen weg. Womit auch gleich mein Lieblingsopener passe wäre.

Für alle, die es aber ganz genau wissen wollen: Bad Nenndorf liegt in der Nähe von Hannover und ist völlig zu Unrecht noch nicht ins rechte Licht gerückt worden, scheint es doch dort gewaltig zu rocken. Immerhin ist es die Heimatstadt aller Bandmitglieder, nebst ansehnlicher Fangemeinde. Wie bereits erwähnt handelt es sich bei den Jungs um Sänger Dennis um ein Septett, drängt sich doch die Frage auf, wie es möglich ist, sieben Leute organisatorisch und musikalisch unter einen Hut zu bekommen und eine fruchtbare Zusammenarbeit zustande zu bringen.

„Wir haben mit einer Punkband angefangen, da waren wir schon mal zu Viert. Irgendwann fingen wir dann mit Skapunk an und casteten noche eine zweite Gitarre dazu und natürlich mussten Bläser her. Wir kannten Einen aus einer befreundeten Band und der lernte dann tatsächlich Trompete spielen, um bei uns einsteigen zu können. Es hat im Laufe der Zeit auch nur sehr wenige Umbestzungen gegeben und immerhin gibt es uns schon seit 2002. Selbst als wir zwischenzeitlich mal in alle Winde verstreut waren, haben wir noch geschafft die Band zusammenzuhalten und weiter Songs aufzunehmen und zusammen zu spielen.“

Die Lyrics der Bad Nenndorf Boys beschreiben die Lakonie des Alltäglichen. Ob Beziehungswirrwarr, Trinkgelage mit dem besten Freund oder der arschige Poser von nebenan. Dennis und Co. verleihen ihren Texten eine Fluffigkeit, um die sie so manch bedeutungsschwangere Plattitüdenband beneiden kann. Politische Parolen sind nicht ihr Ding und das macht sie zu einer angenehmen Ausnahmeerscheinung.

„Natürlich hat jede Band, die mit deutschen Texten arbeitet eine Aussage und wir natürlich auch, aber wir halte uns zurück, wenn es darum geht in unseren Texten politisch zu werden - man läuft schnell in Gefahr plakativ rüberzukommen. Das mag zu manchen Bands passen, aber zu uns eben nicht. Außerdem finde ich es fragwürdig, Leuten meine politische Einstellund aufzudrücken. Die sollte jeder für sich allein finden, oder? Wir spielen im Jahr eine Reihe von Shows, die uns am Herzen liegen - das machen wir für lau, ein paar von diesen Gigs sind gegen Rechts. Ich finde, das ist Statement genug.“

Ihre Einflüsse sind vielfältig und die Liste Ihrer Helden ist lang. Neben Klassikern wie Guns n Roses, Nirvana und Pearl Jam zählen auch die Hosen und die Ärzte zu Dennis‘ teenage heroes.

„Wir sind musikalisch alle völlig unterschiedlich geprägt worden. Ich persönlich bin ein großer Fan klassischer Rockalben: Zwei, drei Stücke, die nach vorn gehen, zwei, drei Balladen und ein paar Midtempo-Stücke. Ansonsten würde ich sehr gern mal mit Ska- P aus Madrid zusammenspielen. Die sind wirklich der Hammer.“

(Anmerk. der Red.: der Legende nach, war es eine Erscheinung in Gestalt eines streunenden, dreibeinigen Katers namens López, die zur Entstehung dieser Band führte. Dieser Kater fungiert heute noch als das Symbol und Maskottchen der Combo)

Das ist doch mal eine Geschichte!

Reinhören bringt mehr als 1000 Worte. Also ab in den Plattenladen und ‚Ich will Alles‘ ergattern.

Aktuelles Album: Ich will Alles (Sunny Bastards)
© 01. August 2009  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
August 2009

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