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THE ADICTS - Freude schöner Götterfunken

Für all jene, die sich in den letzten Jahren die Augen ausheulten, weil Joey, DeeDee und Joe Strummer nicht mehr unter uns sind....Natürlich wissen wir, dass das Leben weitergeht, aber was für ein Jammertal kann das schon sein, so ganz ohne Helden. Schluss mit dem Rumgejaule - es gibt immer noch die Adicts!!
Gegründet 1975 als Afterbirth waren ihre ersten Bemühungen reich und berühmt zu werden, nicht besonders durchschlagend: Keine Shows, keine Songs, aber

„Hey, wir waren in einer Band, wir hatten ein Konzept!“

So lasst uns einen Blick werfen in eine Zeit, als Punkrock noch niegelnagelneu und gefährlich war. Und wir sprechen hier von echter Gefahr und nicht nur dem Risiko ein Bier ins Gesicht zu kriegen, Ihr kleinen Pussies...

Die Heimatstadt der Adicts, Ipswich, Suffolk, war Mitte der Siebziger nicht unbedingt für seine blühende Szene bekannt und so mussten Monkey und Co. froh sein, überhaupt irgendwo spielen zu dürfen, waren doch Locations für Livegigs sehr limitiert. Was man leider nicht über die Auswahl des Publikums behaupten konnte, das sich milde ausgedrückt oft als ausgesprochen undankbar erwies. Manchmal kamen einfach nur ein paar Hooligans vorbei, um die Punks zusammenzuschlagen.

So talking about early memories: Pete wird mit Sicherheit nie den Gig vergessen, bei dem er von ein paar Idioten mit Dartpfeilen beworfen wurde und mit einem Pfeil im Bein und einem in seiner Gitarre, den Auftritt zu Ende brachte.

Diese frühen Tage waren jedoch gleichzeitig auch die Dämmerung einer neuen Ära: Wie alle Menschen, die eine Revolution erleben, waren auch die Adicts gefangen von der magischen Atmosphäre und es war allen klar, dass diese neue Bewegung die Welt verändern würde: ein kreativer Befreiungsschrei!

„Am Anfang war die Punkszene eine sehr enge Gemeinschaft. Es war ein Band zwischen Fremden, die die gleichen Klamotten trugen, ähnliche Frisuren hatten und auf eine bestimmte Art von Musik standen. Das alles bedeutete, dass man eine ähnliche Weltanschauung teilte und da es nicht viele von uns gab, standen wir uns nah. Für mich war Punkrock in erster Linie eine künstlerische Befreiung: die absolute Freiheit des Denkens - und Du konntest aussehen, wie immer Du willst.“

Bekannt für ihr außergewöhnliches Bühneoutfit, inspiriert von Stanley Kubricks ‚Clockwork Orange‘, das die Adicts weniger aufgrund der dargestellten Gewalt als vielmehr wegen der symbolisierten ‚Teenage Angst‘ faszinierte, begannen sie ihre Karriere als ‚regular punkrockers‘ und zogen jene Fashionpunks an, die wirklich niemand dabei haben wollte. Die Lads aus Ipswich trauten sich diesen Dresscode hinter sich zu lassen und brachten ihren legendären Look erstmals 1981 auf die Bühne.

„Wir wollten unsere Shows in jeder möglichen Dimension erweitern: Den Sound und den Look. Es ist natürlich immer noch Fashion, etwas das wir von jemand anderem adaptiert haben. Ich muss zugeben, ich habe keine Ahnung mehr, was es bedeutet, heutzutage ein Punkrocker zu sein, weil ich eben nicht mehr 17 Jahre alt bin, aber wir sind froh, dass wir immer noch die Möglichkeit haben, unsere Alben aufzunehmen und auf Tour zu gehen. Und ich genieße unsere Auftritte heute mehr, als ich es vor 20 Jahren tat. Wir kommen zusammen, um neue Songs aufzunehmen (Anm.: die meisten Bandmitglieder haben England mittlerweile den Rücken gekehrt und leben nun in Kalifornien) und Gott sei Dank haben wir mit unseren Labels SOS in den USA und People Like You in Europa auch die Freiheit, zu machen was wir wollen und uns künstlerisch vollkommen zu entfalten.“

Ein Konzert der Adicts zu erleben gehört genauso zu den Must-Dos im Leben wie einen Baum pflanzen, ein Haus bauen etc: Es ist eine surreale Mixtur aus Beethovens 9., Tonnen von Glitterkonfetti, Luftschlangen und Wasserbällen präsentiert von ein paar britischen Typen, die trotz all der Jahre immer noch so cool sind, dass meine Zunge dran kleben bleiben würde.

Um es in Petes Worten zusammenzufassen: „The Music may be interpreted trough the many different styles we have, but at the end of day, we are a Punk band ...aren‘t we?!“

In diesem Sinne Viva La Revolution!

Aktuelles Album: Life Goes On (PeopleLikeYou / EMI)
© 01. August 2009  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow ||| Foto: Mateus Mondini
August 2009

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