interviews
kunst
artexpo
cartoon
konserven
liesmich.txt
filmriss
dvd
vorlesungs-
verzeichnis

cruiser
agenda
live reviews
stripshow
lottofoon
kontakt
LISA HANNIGAN, HEATHER WOODS BRODERICK - 02.11.2016 Studio 672 Köln

 
Um Isolation und Heimweh geht es auf Lisa Hannigans brillanter neuer LP ´At Swim´, live setzt die irische Singer/Songwriterin dagegen auf Heimeligkeit und geht mit ihrem Publikum auf Tuchfühlung: Kaum eine Armlänge trennt sie auf der kniehohen Bühne des brechendvollen Studio 672 von der ersten Reihe. Doch nicht nur deshalb ist es ein hinreißender Auftritt, der trotz vieler trauriger Songs ob des stillen Charmes Hannigans ungemein positiv gestimmt ist. Bemerkenswert ist vor allem die Leichtigkeit, mit der die 35-Jährige samt ihrer hervorragenden Band die Albumarrangements häufig völlig umkrempelt und ihnen rhythmusbetont neue Facetten abgewinnt. Dem Jazz bisweilen näher als ihren Folk-Wurzeln, hat Hannigan inzwischen für ihre oft stärker auf die Melodiösität und Musikalität als auf die Texte konzentrierten Songs eine ganz eigene Nische gefunden, in der sich alte Highlights wie ´Lille´ oder das wiederentdeckte ´Pistachio´ genauso zu Hause fühlen wie die seelenvolle Ballade ´Ora´ oder das unglaublich intensive ´We, The Drowned´, bei dem ihre wundervoll weiche Stimme vollkommen mit dem Harmoniegesang Heather Woods Brodericks verschmilzt. Die US-Alleskönnerin hatte zuvor im Solo-Vorprogramm mit atmosphärischer Dichte, musikalischer Finesse und ihrem verträumten, bisweilen einem lauten Flüstern gleichenden Gesang beeindruckt und so diesen sagenhaften Gänsehaut-Konzertabend mit einem ebenso anspruchsvollen wie faszinierenden Set voller sanfter Melancholie perfekt gemacht.


Weitere Infos: lisahannigan.ie
© 01. Dezember 2016  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
Live-Reviews

Links

suche