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MARGARET GLASPY - 14.11.2016 Yuca Club Köln

 
Indierock? Blues? Avantgarde? Die junge US-Debütantin Margaret Glaspy einzuordnen, ist gar nicht so leicht. Das zeigt auch ihr fabelhafter Auftritt in Köln, bei dem sie gar nicht erst versucht, den Versionen ihrer Songs von ihrem feinen Debüt ´Emotions And Math´ nahezukommen, sondern sich samt Drummer und Bassist und einer fast schon kindlichen Neugier in umgekrempelte Live-Arrangements stürzt, die viel Raum für oft anspruchsvolle Improvisationen bieten. Doch wer sich darauf einlässt, wie sich Glaspy gesanglich mit Kieksern und Röhrern und beim Gitarrespielen mit großer Abenteuerlust gegen alle Konventionen sträubt, wird mit einer spannenden und äußerst kurzweiligen Performance belohnt. Fast 80 Minuten steht die Dame mit dem John-Lennon-´War Is Over´-Shirt auf der Bühne, obwohl ihr erstes Album nur Material für die Hälfte hergibt. Aber wofür gibt es frühe EP-Tracks wie den heimlichen Hit ´You´re Smilin´ (And I Don´t Believe You)´ und brandneue Stücke, die solo ausprobiert werden können? Auch mit einer Handvoll Coverversionen unterstreicht sie, wie groß ihre musikalische Bandbreite ist, reicht die Auswahl doch von Etta James´ I´d Rather Go Blind´ über Neil Youngs ´Harvest Moon´ und Lucinda Williams´ ´Fruits Of My Labor´ bis hin zu einer hinreißend eigensinnigen Version von Björks ´Who Is It´. Sogar Lauryn Hills ´Ex-Factor´ spielt sie und kommt dabei bezeichnenderweise ihrer Heldin Joni Mitchell näher als mit ihren eigenen (Indie-)Folk-Songs. Ein weiterer Beweis dafür, wie ungewöhnlich Margaret Glaspy ist.


Weitere Infos: margaretglaspy.com/
© 01. Dezember 2016  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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