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FESTIVAL TRANS MUSICALES DE RENNES - 01.12.-03.12.2011, diverse Locations

 
Kurz vor Weihnachten pilgern seit 1979 eine Vielzahl von Konzertjüngern und ein Riesenjournalistentross in bretonische Rennes. Schließlich ist Festivaldirektor Jean-Louis Brossard bekannt für sein glückliches Händchen bei der Auswahl von Bands und Künstlern. Immer knöcheltief in der aktuellen Musikszene verwurzelt, aber immer auch in die musikalische Zukunft blickend hatte er schon lange, bevor sie andere Festivalmacher interessierte, Truppen auf dem Programmzettel, wie Cabaret Voltaire, Daft Punk oder Gotan Project. Doch dann gibt es so Jahre, wie 2011. Mitten im Tal zwischen zwei musikalischen Wellen, einer längst abgeebbten und einer noch nicht am Strand angekommenen ist auch der beste Festivaldirektor ein wenig ratlos und hört offensichtlich auch keine Klänge die etwas aus einer fernen kreativen Zukunft künden. Da bleibt nur noch die Bestandsaufnahme und auch diese Aufgabe löst Jean-Louis Brossard bravourös. Drei ausgewählte Künstler stehen in wunderbarer Weise dafür. Sallie Ford etwa, die die raue Ursprünglichkeit des Rock'n'Roll und des Rockabilly neu und charmant entdeckt hat. Oder Spankrock, die dem Rap den dreckigen Untergrund zurückgegeben haben und ihn ordentlich mit Elektrostimmungen aufgeladen haben. Schließlich sei noch auf den südafrikanischen musikalischen Weltenbummler Spoek Mathmabo verwiesen, der getrau dem Motto „geh raus in die Welt und mach die Musik, die du willst“ mal in Johannesburg und mal in Malmö lebt. Aus dem Außenblick heraus entdeckte er die Musik seiner Heimat und mixt seitdem mehr und mehr Afro Beat und Kwaito Musikfetzen in seine Auftritte. Ob wohl es nichts Neues zu entdecken gab, zeigte das Festival Trans Musicales eine Art musikalische Inventur zum Jahresausklang. Da weiß man wenigstens, wo die Szene aktuell steht. Vielleicht bestärkt dieses Wissen auch Künstler, wieder klanglichen Zukunftsentwürfen zu arbeiten.
Photos + Text: Franz X.A. Zipperer
© 01. März 2012  WESTZEIT
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