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WILD FLAG - 08.12.2011 The Lexington London


Wild Flag stehen auf der winzigen Bühne eines brechendvollen Nord-Londoner Pubs und der Westzeit-Korrespondent mit offenem Mund davor. Die vier Mädels aus Portland lassen bei ihrem Europa-Debüt Riot-Grrrl-Dringlichkeit, Grunge-Lässigkeit, New-Wave-Minimalismus und einen Schuss 60s-Girl-Group-Seligkeit kollidieren, und es ist eine helle Freude zu sehen, wie sie sich in der Magie des Augenblicks verlieren. "Racehorse" zum Beispiel geht in einer umwerfend wilden Jam auf, die locker die 10-Minuten-Marke durchbricht! Im Mittelpunkt des Rock'n'Roll-Orkans: Carrie Brownstein. Die frühere Sleater-Kinney-Gitarristin macht Luftsprünge, krümmt sich auf dem Boden, hechtet auf die Kickdrum, lässt beim Gitarrespielen die Windmühle kreisen, bohrt ihr Instrument in den Boden, bis es mit Feedback-Salven um Gnade bettelt, kreischt und schreit – wow! Doch Wild Flag sind mehr als eine umwerfende Show: Die messerscharfen Riffs des explosiven "Future Crimes" elektrisieren das gesamte Publikum, "Glass Tambourine" begeistert mit knallbunter Psychedelik und bei "Romance" sprühen Strophe, Refrain UND Bridge nur so vor Eingängigkeit. Als der Band bei der stürmisch geforderten Zugabe die eigenen Songs ausgehen, singt Mary Timony – die einstige Helium-Frontfrau ist an diesem Abend das ruhige Auge des Hurrikans – eine sexy Version des Rolling-Stones-Klassikers "Beast Of Burden", doch ausgerechnet mit einer Midtempo-Nummer aufzuhören, ist keine Option, also stürmt Carrie noch durch "Judy Is A Punk" von den Ramones. Spätestens da ist klar: Eine bessere Live-Band als Wild Flag gibt es derzeit nirgends!

Weitere Infos: www.myspace.com/wildflag
© 01. Februar 2012  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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