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MARTIN KIPPENBERGER - Wie es wirklich war. Am Beispiel

 
edition suhrkamp. 2007, 360 Seiten, 12 Euro
Die Ausgangsfrage, ob ein guter oder schlechter Maler auch ein guter oder schlechter Schriftsteller ist, kann am Beispiel Martin Kippenberger nicht beantwortet werden. Was Herausgeber Diedrich Diederichsen zwischen zwei knallgelbe Buchdeckel versammelte, ist dem Künstler Kippenberger nicht anzulasten. Denn der lebt seit 1997 nicht mehr. Als Maler anerkannt, verweigert sich dessen Literatur einer eindeutigen Wertung. Die Lyrik: na ja, die Prosa: najanaja. Überwiegend sind es Texte aus Katalog- oder Künstlerbüchern, worin auch der Herausgeber die Gefahr sieht, dass sie „aus den künstlerischen Kontexten“ herausgelöst den Faden verlieren. Einige Texte wirken unfertig, was wirklich auf fehlende Beziehungen deutet. Interessant beobachtet dagegen der Text „1984/Wie es wirklich war am Beispiel Knokke“, in dem Kippenberger einen Urlaub im belgischen Badeort schildert und das stupide Leben dort als Sinnbild für ein langweiliges Jahr 1984 versteht. In „Cafe Central“, der „Skizze zum Entwurf einer Romanfigur“ berichtet er in epischer Breite von Reisen und Briefwechseln: deutlich und mit prosaischer Demut gegen das Falsche im Richtigen.
© 01. Dezember 2007  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
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