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AN DIE NATUR - Langen Foundation Neuss

Künstler beschäftigen sich mit der Natur. Das ist nichts Neues, sondern gehört zur Kunstgeschichte wie gotische oder moderne Kunst. Was sich jedoch im Verlauf kunstgeschichtlicher Traditionen veränderte, ist die Sichtweise auf die Natur, ist ihre Darstellung im Bild oder als Skulptur. War der Blick im neunzehnten Jahrhundert noch auf die romantische Seite der Natur gerichtet, nahmen die Künstler des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts einen anderen Standpunkt ein und beschäftigten sich mit der gefährdeten Natur durch den Menschen.

Landschaftsmaler wie Caspar David Friedrich oder Barend Cornelis Koekkoek inszenierten schwärmerische Stimmungen und detaillierte Abbilder ihrer näheren und weiteren Umgebung. Andy Goldsworthy nimmt Materialien aus der Natur und schafft vergängliche Werke in natürlichem Terrain, während etwa Klaus Rinke die Natur durch Hinzufügungen gegenständlicher Dinge verändert.

In der Langen Foundation auf der ehemaligen Raketenstation in Neuss zeigt die Altana-Kulturstiftung circa sechzig Exponate zum Thema Natur und was Mensch durch seine schöpferische Kraft aus und mit ihr gemacht hat. Die Kunstsammlung war bis 2007 eine Unternehmenssammlung und vereint heute fast sechshundert Werke zeitgenössischer internationaler Kunst zum Thema Natur. Die Spannbreite der Ausstellung in Neuss deckt den Komplex „Natur und Schöpfung“ ab und bedient sich dabei den Techniken Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur. Mensch und Tier, Landschaft, Pflanzenwelt, der Blicks ins Universum – so vielfältig die Inhalte sind, so vielfältig sind die Fragestellungen.



Als Fragesteller treten unter anderem Alex Katz, Herbert Brandl. Gotthard Graubner, Guiseppe Penone, Kiki Smith, Georg Baselitz und Franz Gertsch auf. „Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen,/Und haben sich, eh' man es denkt, gefunden“ schreibt Johann Wolfgang von Goethe in seinem Gedicht „Natur und Kunst“. Damit hat er keineswegs die erst Jahrhunderte später herauf ziehende Land Art gemeint, die etwa die Künstler Robert Longo und herman de vries in der Langen Foundation zeigen. Beide kKünstler haben in und mit der Landschaft gearbeitet, sie behutsam verändert, in formale Kategorien aufgeteilt, sind ihr jedoch nie als Raubritter, Plünderer oder Ausbeuter entgegen getreten.



Ähnliches gilt für den Italiener Giuseppe Penone, der allerdings in der Natur sein Modell der Rekapitulation und der Imitation gefunden hat, in dem er sie bearbeitete und aus ihren angebotenen Bestandteilen ein Ebenbild ihrer selbst entwickelte. Demgegenüber benutzt Miriam Vlaming Leinwand und Farbe, um dem Phänomen Natur auf die Spur zu kommen und das Verhältnis Natur – Mensch zu kommentieren.

Die Offenheit des von Tadao Ando geschaffenen Museumsbaus im Kulturraum Hombroich gewährt der Kunst einen ungehinderten Zugriff auf die natürliche Umgebung und gestattet der Natur, durch die transparente Bauweise des Hauses den freien Zugriff auf die Präsentationsräume.
Bis 05.09.2010.
Langen Foundation, Raketenstation Hombroich 1, 41472 Neuss
Tel.: 02182 - 5701 – 0
Geöffnet: täglich 10 – 18 Uhr
Tickets: 7,50/5 Euro
Weitere Infos: www.langenfoundation.de
© 01. Juni 2010  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
Kunst

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