| „Special Guest: Arnold Schwarzenegger“. Das kann ja heiter werden. Wird es auch. Denn in den schrill überzeichneten Figuren aus der Wirklichkeit des gesunden Volksempfindens – da ist der Deix drin. Aktuell krallen sich des Künstlers Gestalten in Oberhausen fest: „Deix in the City“ heißt die Ausstellung, die den frechen, ja, rücksichtslosen Zeichner umfassend ins Licht einer manchmal peinlich berührten Öffentlichkeit zerrt. Das ist einkalkuliert, denn Deix benutzt die Provokation, um freien Blickes die Seelen und Körper stereotyper und individueller Zeitgenossen zu entblößen. Oft im Wortsinne, denn Deix arbeitet sich auch am nackten Menschenfleisch ab. |
Da sollte es doch mit dem Deix zugehen – dem übrigens im österreichischen Krems fast das komplette „Karikatur Museum“ als Vitrine seiner Werke zur Verfügung steht – wenn seine Freaks aus der Spießerwelt nicht kleine und große Parallelen zum wirklichen Leben aufzeigten. Dass sein österreichischer Landsmann Arnold Schwarzenegger es nicht nur zum Filmarbeiter sondern auch zum kalifornischen Gouverneur gebracht hat, inspiriert den „Lustzeichner“ (Selbsteinschätzung Deix) noch mehr zu freien Rundumschlägen. In der zweihundertachtunddreißig Arbeiten umfassenden Deix-Show mit Motivfeldern wie Politik, Vorsicht, Sex!, oder Die Götter in Weiß zeigt der Künstler auch Arbeiten aus seinem aktuellen Buch „Arnold Schwarzenegger. Die nackte Wahrheit“.
Botox zur Lippenaufpolsterung benötigen die Frauen bei Deix nicht, das macht der Meister selbst mit Blei- und Buntstift. Fürchterliche Monster – weibliche wie männliche – gibt der Künstler einer Öffentlichkeit preis, die zwar das satirische Element der Karikaturen schadenfreudig akzeptiert und kommentiert, manchmal aber übersieht, dass sie selbst Modell steht. Man kennt diese deformierten Gestalten in Badehosen und Bikinis aus dem heimischen Freibad, man kennt die kompakten Mädels in sehr tief sitzenden Hosen, die es sich eigentlich gar nicht erlauben können, das hintere Slipdreieck zwischen wabbeligen Fettwülsten zu präsentieren.
Manfred Deix meint allen Ernstes, er sei mehr ein „Behübscher“ und „Verharmloser“ als ein gnadenloser Karikaturist. Denn: die Wirklichkeit ist noch viel schlimmer als in seinen Zeichnungen. Die von ihm porträtierten Politiker, Priester, Touristen, Polizisten, Ausländer, Arbeitslose, Neonazis, Hunde und Katzen sind keinem Horrorkabinett entsprungen - sie existieren mittendrin und sind keineswegs in Zeichnungen eingebundene Phantasiemenschen. „Die Satire unserer Wirklichkeit übertrifft heute längst das Vorstellungsvermögen eines Karikaturisten“, sagte Deix, der sich nicht scheut, auch im Selbstporträt Farbe und Form zu bekennen.
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Bis 8. Juni 2008
Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46
Geöffnet: di-so 11-18 Uhr
Eintritt: 6,50/3,50 Euro, Familien 10,50 Euro
Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen 7,50 Euro
Begleitbücher: „Deix in the City“, Krems 2005, 17,95 Euro
„Arnold Schwarzenegger. Die nackte Wahrheit“. Ueberreuter 2007, 17,95 Eur |
| © 01. Mai 2008 WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
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