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MUSE (10.09. Admiralspalast Berlin) -

 
Geheimkonzerte sind schon seltsame Veranstaltungen. Nicht für die, die Tickets kaufen müssen. Aber es gab ja nur ein paar wenige. Für die geladenen Gäste ist es schon eher seltsam. Da findet dann an mehreren Gästelistenschaltern ein vorsortierte Aufmarsch, bei dem man sich ständig nach und nach links dreht, sich in Pose setzt. Man muss ja zeigen, dass man auch geladen ist. Wer eine Freigetränkemarke hat, der zeigt natürlich, was er hat. Ob man Muse mag oder nicht, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Dabei sein und gesehen werden. darum geht es. Aber das hier ist keine Klatschkolumne. Muse waren natürlich auch da. Und haben gespielt. Auf schwarzer Spiegelfolie. Optisch sehr cool. Musikalisch gibt es auch an Muse überhaupt nichts auszusetzen. Null. Nothing. Aber auf ein Wort Herr Bellamy. „Ist es wirklich notwendig, sich selbst und allen Umstehenden zu beweisen, dass Sie Gitarre spielen können?“ Sie können es. Verdammt gut sogar. Das hat in Rekordzeit auch derjenige begriffen, der völlig talentfrei an jedwedem Instrument ist. Jetzt könnten die Supersongs von Muse einfach so vom Stapel gelassen und eine Riesenparty gefeiert werden. nein, schon weist die nächste gereichte Gitarre wieder technischen Schnick-Schnack auf, den Herr Bellamy auch mühelos beherrscht. Keine Frage. Aber jetzt darf ich den Songkuchen genüsslich verzehren? Nein? Nicht? Ach so, da muss noch Sahne drauf. Gerne. Aber danach? Noch ein wenig Krokant darf nicht fehlen. Klar, ich warte noch. Nun wird serviert? Klebrige Soße muss auch noch drüber. Ja. Gut. Wer´s mag. Aber ich bin geduldig. Da könnte doch jetzt noch ... Nein. Verzeihung. Jetzt habe ich keine Lust mehr auf Songkuchen und stehe schmollend in der Ecke. Er hatte eine faire Chance, der Herr Bellamy. Ein versöhnliches Wort zum Schluss. Muse hat mit Dominic Howard den Schlagzeuger mit dem schönsten und ansteckendsten Lächeln, der jemals eine Bühne betreten hat. Und eine humorvolle, trockene schon fast ironische Art zu trommeln. Super, der Mann.
Text + Foto: Franz X.A. Zipperer
© 01. Oktober 2009  WESTZEIT
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